Diese Metaanalyse bestätigte, dass Sotagliflozin, ein dualer SGLT1/2-Inhibitor, kardiovaskuläre Ereignisse und Hospitalisierungen bei Herzinsuffizienzpatienten mit Typ-2-Diabetes reduziert, was den Ansatz der dualen Transporterhemmung unterstützt.
Natrium-Glukose-Cotransporter (SGLTs) vermitteln den Transport von Natrium und Glukose über Zellmembranen. SGLT2-Inhibitoren haben einen anerkannten Platz in den Herzinsuffizienz(HI)-Leitlinien. Wir bewerteten die Wirkung von Sotagliflozin auf HI und kardiovaskuläre Endpunkte bei Teilnehmern mit Typ-2-Diabetes. Scopus, Medline, Embase und Central wurden von Beginn bis zum 2. Juni 2023 durchsucht. Es wurden randomisierte kontrollierte Studien ausgewählt, die Sotagliflozin bei Teilnehmern mit Typ-2-Diabetes bewerteten und HI-Ereignisse berichteten. Schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) und der systolische Blutdruck wurden bewertet. Das Cochrane-Bias-Risiko-Instrument (RoB 2.0) wurde verwendet. Die gepoolte mittlere Differenz (MD), das relative Risiko (RR), 95 %-Konfidenzintervalle und die Number Needed to Treat (NNT) wurden geschätzt (PROSPERO: CRD42023432732). Wir wählten neun Studien aus (n = 15.320 Teilnehmer: n = 8040 Intervention und n = 7280 Kontrolle). Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 13,4 Monate (Q1 = 13, Q3 = 21). Eine Studie rekrutierte Teilnehmer mit HI zu Studienbeginn. Nach einer Nachbeobachtungszeit von >52 Wochen reduzierte Sotagliflozin signifikant das Risiko von HI [n = 8 Studien; RR = 0,66 (0,64, 0,69)], Schlaganfall [n = 6 Studien; RR = 0,75 (0,58, 0,97)] und MACE [n = 8 Studien; RR = 0,73 (0,66, 0,81)]. Die NNT betrug 20 beziehungsweise 26 für HI und MACE. Sotagliflozin senkte den systolischen Blutdruck [n = 7; MD = -2,38 mmHg (-2,79, -1,97)]. Es wurde kein dosisabhängiger Effekt für HI festgestellt [200 mg: RR = 0,38 (0,16, 0,89), 400 mg: RR = 0,57 (0,39, 0,85), p-Wert = 0,22]. Das hohe Bias-Risiko war eine Einschränkung dieser Übersichtsarbeit. Sotagliflozin reduzierte HI und kardiovaskuläre Ereignisse bei Teilnehmern mit Typ-2-Diabetes. Weitere Forschung zu seinen Wirkungen bei HI und Vergleiche mit SGLT2-Inhibitoren sind erforderlich, um festzustellen, ob die duale SGLT-Hemmung die selektive Hemmung übertrifft.