Eine Metaanalyse von 32 randomisierten kontrollierten Studien (47.332 Teilnehmer) verglich die blutdruckbezogenen Sicherheitsprofile von Tirzepatid und Semaglutid bei Patienten mit Typ-2-Diabetes oder Adipositas. Tirzepatid reduzierte das Risiko für blutdruckbedingte unerwünschte Ereignisse signifikant (RR 0,40), erhöhte jedoch das Risiko für dosisabhängige Hypotonie (RR 2,45), während Semaglutid ein neutrales Profil aufwies. Diese unterschiedlichen hämodynamischen Effekte unterstreichen die Notwendigkeit einer individualisierten Dosierung und einer sorgfältigen Blutdrucküberwachung, insbesondere bei Patienten mit niedrigen Ausgangswerten.
Tirzepatid und Semaglutid werden häufig zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 (T2DM) und von Adipositas eingesetzt. Die mit Tirzepatid und Semaglutid verbundenen Blutdruck-bezogenen Nebenwirkungsprofile sind jedoch noch nicht ausreichend geklärt. Diese Studie evaluierte systematisch behandlungsassoziierte unerwünschte Ereignisse (TEAEs), die im Zusammenhang mit Hypertonie und Hypotonie auftraten, wenn Tirzepatid und Semaglutid zur Behandlung von T2DM oder Adipositas angewendet wurden.
Es wurde eine umfassende Suche in den Datenbanken PubMed, Scopus, Web of Science, Embase, CENTRAL und ClinicalTrials.gov vom Studienbeginn bis zum 26. September 2025 durchgeführt. Pooled-Risikoverhältnisse (RRs) mit 95%-Konfidenzintervallen (KI) wurden unter Verwendung eines Random-Effects-Modells geschätzt, wobei Subgruppenanalysen durchgeführt wurden.
Diese Metaanalyse von 32 randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) mit insgesamt 47.332 Teilnehmern zeigte deutliche Unterschiede in den blutdruckbezogenen Sicherheitsprofilen von Tirzepatid und Semaglutid. Die Anwendung von Tirzepatid war mit einem geringeren Risiko für hypertonsiebezogene Ereignisse verbunden (RR = 0,40, 95%-KI [0,26–0,60]; p < 0,001). Dieser potente antihypertensive Effekt ging mit einem erhöhten Risiko für hypotoniebezogene Ereignisse einher (RR = 2,45, 95%-KI [1,35–4,45]; p = 0,003), insbesondere bei höheren Dosierungen (RR = 2,58, 95%-KI [1,38–4,81]; p = 0,003). Semaglutid wies ein relativ neutrales blutdruckbezogenes Sicherheitsprofil auf und zeigte keine signifikante Assoziation mit hypertonsiebezogenen Ereignissen (RR = 0,81, 95%-KI [0,57–1,15]; p = 0,233) oder hypotoniebezogenen Ereignissen (RR = 1,39, 95%-KI [0,81–2,36]; p = 0,232), obwohl in Subgruppen mit hoher Dosierung potenzielle protektive Signale beobachtet wurden.
Tirzepatid reduziert hypertonsiebezogene unerwünschte Ereignisse, erhöht jedoch das dosisabhängige Hypotonie-Risiko bei Patienten mit T2DM oder Adipositas. Diese unterschiedlichen hämodynamischen Sicherheitsprofile unterstützen individualisierte Therapieentscheidungen, die auf dem basalen Blutdruck und dem kardiometabolischen Risiko basieren.