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19 Jan. 2026

Schlaganfall als zweithäufigste Todesursache durch kardiovaskuläre Erkrankungen und wichtiger Faktor für erworbene Langzeitbehinderung identifiziert

OECD-Bericht - The State of Cardiovascular Health in the European Union

Der von der European Stroke Organisation und der Stroke Alliance for Europe entwickelte Stroke Action Plan for Europe legt einen klaren Fahrplan zur Verringerung der Krankheitslast durch Schlaganfälle in Europa bis 2030 fest.

Aufbauend auf den Fortschritten seit der Einführung des ersten Stroke Action Plan for Europe im Jahr 2018 hebt das überarbeitete Dokument sowohl Erfolge als auch fortbestehende Versorgungslücken hervor – insbesondere bei Prävention, Notfallversorgung, Rehabilitation und dem Leben nach einem Schlaganfall.

„Der Stroke Action Plan for Europe ist ein Weckruf", sagte Professor Simona Sacco, Präsidentin der European Stroke Organisation. „Wir wissen, was wirkt, und die Nationen Europas verfügen nun über einen evidenzbasierten Bauplan für eine hochwertige Schlaganfallversorgung. Doch ohne den politischen Willen und die Investitionen zur Umsetzung nationaler Schlaganfallstrategien werden weiterhin zu viele Menschen vermeidbare Todesfälle und lebensverändernde Behinderungen erleiden."

Der Stroke Action Plan for Europe stützt sich auf die neuesten Erkenntnisse des Stroke Services Tracker 2023, der Daten aus 47 Ländern erfasst. Während einige Länder seit 2018 erhebliche Fortschritte gemacht haben – unter anderem durch eine gestiegene Zahl nationaler Schlaganfallpläne –, zeigen die Daten auch deutliche Ungleichheiten, etwa beim Zugang zu akuten Behandlungen wie der Thrombektomie sowie bei der langfristigen Unterstützung von Überlebenden.

- Nur sieben Ländern gelang es, die empfohlene „Door-to-Groin"-Zeit – die Zeit von der Ankunft im Krankenhaus bis zum Beginn der Thrombektomie – von 60 Minuten oder weniger zu erreichen. In 12 Ländern betrug diese Verzögerung mehr als 90 Minuten, was die Chancen auf eine gute Genesung verringert.

- Nur 13 Länder berichten, über ein eigenes Programm für das Leben nach einem Schlaganfall zu verfügen, und strukturierte Nachsorge bleibt selten, trotz eindeutiger Evidenz für ihre Bedeutung für Genesung und Lebensqualität.

„Ein Schlaganfall ist nicht nur ein medizinischer Notfall, sondern eine lebenslange Erkrankung, die eine koordinierte Reaktion erfordert", sagte Professorin Hariklia Proios, Präsidentin der Stroke Alliance for Europe. „Der Schlaganfall ist die zweithäufigste Todesursache durch kardiovaskuläre Erkrankungen und ein wesentlicher Faktor für erworbene Langzeitbehinderung. Der Stroke Action Plan for Europe gibt Regierungen und Gesundheitssystemen einen klaren Weg zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse vor. Maßnahmen gegen den Schlaganfall müssen jetzt beginnen."

Der Stroke Action Plan for Europe legt klare Ziele in sieben Bereichen fest: Primärprävention, Organisation der Schlaganfallversorgung, Behandlung des akuten Schlaganfalls, Sekundärprävention, Rehabilitation, Bewertung der Behandlungsergebnisse und Leben nach dem Schlaganfall. Zudem bietet er messbare Benchmarks, mit denen Länder ihre Fortschritte überwachen können.

„Ein Schlaganfall verändert das Leben von einem Moment auf den anderen. Was danach geschieht, hängt von den Systemen ab, die um uns herum auf kommunaler und nationaler Ebene aufgebaut sind. Der Stroke Action Plan for Europe ist ein entscheidender Schritt, um sicherzustellen, dass Überlebende in ganz Europa die Versorgung und Würde erhalten, die sie verdienen", sagt Associate Professor Melinda B. Roaldsen, Ärztin und Schlaganfallforscherin mit eigener Betroffenenerfahrung.

SAFE und ESO fordern nationale politische Entscheidungsträgerinnen und -träger auf, gemeinsam mit Betroffenen, medizinischen Fachkräften und Schlaganfall-Unterstützungsorganisationen an der Umsetzung des SAP-E zu arbeiten, um eine gerechte Versorgung für alle sicherzustellen.

Über den Stroke Action Plan for Europe und den Stroke Service Tracker

Der 2018 eingeführte Stroke Action Plan for Europe (SAP-E) bietet einen strategischen Bauplan zur Verbesserung von Schlaganfallprävention, -versorgung und Unterstützung des Lebens nach einem Schlaganfall bis 2030. Darüber hinaus unterstützt der Plan unmittelbar die Ziele des kürzlich veröffentlichten EU Cardiovascular Health Plan, der eine stärkere Prävention, frühere Intervention und stärker koordiniertes Handeln bei kardiovaskulären Erkrankungen, einschließlich Schlaganfall, fordert.

Der Stroke Service Tracker (SST) wurde als Überwachungsinstrument entwickelt, um den Fortschritt Europas im Hinblick auf die Ziele des SAP-E zu bewerten, und liefert wertvolle Erkenntnisse für nationale Akteure zur Förderung von Verbesserungen.

Wie im kürzlich veröffentlichten OECD-Bericht 2025 „The State of Cardiovascular Health in the European Union" berichtet, ist der Schlaganfall nach der ischämischen Herzkrankheit die zweithäufigste Todesursache durch kardiovaskuläre Erkrankungen und ein wesentlicher Faktor für erworbene Langzeitbehinderung.

Europa verzeichnet jährlich über 1,1 Millionen Schlaganfälle, die fast 460.000 Todesfälle verursachen. Fast 10 Millionen Menschen leben mit den Langzeitfolgen eines Schlaganfalls. Die wirtschaftliche Belastung ist immens – über einen Zeitraum von 20 Jahren bis 2040 werden die Kosten voraussichtlich ohne dringende Reformen von 60 Milliarden € auf 86 Milliarden € bis 2040 steigen.

Der SST bleibt ein unverzichtbares Instrument, um Fortschritte abzubilden und Bereiche aufzuzeigen, in denen Länder zurückbleiben. Er ist ein Aufruf zu Handeln, Innovation und Investitionen, damit jede Schlaganfall-Überlebende und jeder Schlaganfall-Überlebende in Europa Zugang zu hochwertiger, rechtzeitiger und gerechter Versorgung hat – unabhängig davon, wo sie oder er lebt