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11 Sept. 2026

Von Insulinresistenz zu Inkretin-Rezeptor-Agonismus in der Prävention von Typ-2-Diabetes mellitus bei adipösen Personen.

Branislava Teofilović, Jelena Trkulja, Nevena Grujić-Letić et al. - Current medical research and opinion

Diese narrative Übersichtsbewertung bewertet pharmakologische Strategien zur Prävention von Typ-2-Diabetes bei Personen mit Adipositas und Insulinresistenz. Während Metformin die stärksten Langzeitnachweise für die Diabetesprävention aufweist, zeigen GLP-1-Rezeptoragonisten und Tirzepatid, dass ein erheblicher Gewichtsverlust das Fortschreiten zu einem manifesten Diabetes erheblich verzögert. SGLT2-Hemmer bieten nachgewiesene kardiovaskuläre und renale Vorteile, doch stützen die aktuellen Daten noch nicht ihren routinemäßigen Einsatz speziell zur Diabetesprävention. Kliniker sollten Lebensstiländerungen zusammen mit gezielter Pharmakotherapie priorisieren, die auf das individuelle metabolische Risiko und Begleiterkrankungen zugeschnitten ist.

Zusammenfassung

Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM) stellt eine der bedeutendsten metabolischen Herausforderungen der modernen Ära dar, wobei weltweit mehr als 828 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt sind. Adipositas und Insulinresistenz sind wesentliche modifizierbare Risikofaktoren für das Auftreten und die Progression eines T2DM, obwohl die Erkrankung heterogen ist und aus komplexen Interaktionen zwischen β-Zell-Dysfunktion, hepatischer Glukoseregulationsstörung, Dysfunktion des Fettgewebes, veränderter Inkratin-Biologie, chronischer niedriggradiger Entzündung und genetischer Suszeptibilität resultiert. Bei Personen mit Adipositas und Insulinresistenz stellt der Übergang von der Prädiabetes-Stufe zu einer manifesten Hyperglykämie einen wichtigen, wenn auch nicht universellen, Krankheitsverlauf dar und bietet ein klinisch relevantes Fenster für präventive Interventionen. Diese Übersicht betrachtet pharmakologische Strategien zur Prävention von T2DM bei Personen ohne etablierten Diabetes, die eine Prädiabetes und/oder Adipositas mit einem hohen Risiko für die Progression zu T2DM aufweisen, mit besonderem Schwerpunkt auf der adipositasbezogenen Pharmakotherapie auf Basis von Inkratinen. Metformin bleibt das Glukose-senkende Arzneimittel mit der am besten belegten Langzeit-Evidenz für die Diabetesprävention bei ausgewählten Hochrisikopatienten mit Prädiabetes, wobei es über mehrere hepatische und intestinale Mechanismen wirkt, die sowohl AMPK-abhängige als auch AMPK-unabhängige Pfade umfassen. Andere etablierte Klassen antihyperglykämischer Medikamente werden vor allem diskutiert, um Therapien mit Evidenz für eine Verzögerung der Progression zu Diabetes von solchen zu unterscheiden, deren Hauptaufgabe weiterhin die Behandlung eines etablierten T2DM ist. SGLT2-Hemmer bieten einen erheblichen kardiovaskulären und renalen Schutz, obwohl die aktuelle Evidenz nicht ausreicht, um ihren routinemäßigen Einsatz ausschließlich zur T2DM-Prävention zu unterstützen. GLP-1-Rezeptor-Agonisten und der duale GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonist Tirzepatid haben die adipositasbezogene Pharmakotherapie erheblich vorangetrieben und führen zu klinisch bedeutsamer Gewichtsabnahme sowie zu breiteren kardiometabolischen Vorteilen, die die Progression zu T2DM bei Hochrisikopatienten verringern können. Neue Generationen von Therapien auf Basis von Inkratinen, einschließlich Triple-Rezeptor-Agonisten, könnten die therapeutischen Optionen weiter erweitern, bleiben jedoch ein sich entwickelndes Forschungsgebiet. Lebensstilinterventionen und ein nachhaltiges Gewichtsmanagement bilden nach wie vor die Grundlage der T2DM-Prävention, wobei pharmakologische Strategien entsprechend dem individuellen metabolischen Risiko, adipositasbedingten Behandlungsindikationen, Komorbiditäten und der Stärke der Evidenz für die Diabetesprävention ausgewählt werden.