Eine systematische Übersicht und Metaanalyse von 29 randomisierten kontrollierten Studien (n=67.873) untersuchte die Assoziation zwischen DPP-4-Hemmern und Herzinsuffizienz bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes. Insgesamt war die Anwendung von DPP-4-Hemmern nicht signifikant mit einem erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz assoziiert (RR 1,06; 95 %-KI 0,94–1,12), wobei die Subgruppenanalyse jedoch ein signifikantes Risiko für ein erhöhtes Risiko spezifisch für Saxagliptin identifizierte. Diese Ergebnisse untermauern die bestehenden Sicherheitshinweise und stützen die aktuellen Leitlinien, die bei Patienten mit bestehender oder hohem Risiko für Herzinsuffizienz Vorsicht oder den Einsatz alternativer Arzneimittel empfehlen.
Es wurde berichtet, dass die Anwendung von DPP-4-Hemmern bei Patienten mit Typ-2-Diabetes zu Ereignissen einer Herzinsuffizienz führen kann. Die FDA hatte zudem Warnhinweise bezüglich eines erhöhten Risikos für Herzinsuffizienz-Ereignisse bei Alogliptin, Saxagliptin und deren Kombination mit Metformin herausgegeben.
In die Übersicht wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) an erwachsenen Patienten mit Typ-2-Diabetes mit oder ohne Vorgeschichte kardiovaskulärer Erkrankungen einbezogen. Kohortenstudien, Fall-Kontroll-Studien und andere nicht-randomisierte Studien sowie Studien mit pädiatrischen Patienten wurden ausgeschlossen. Als Datenbanken wurden PubMed/Medline, DOAJ, MDPI, Google Scholar und clinicaltrials.gov durchsucht. Die Suche wurde Ende Januar 2026 durchgeführt. Die Risikobewertung der Bias-Gefahr erfolgte für RCTs mit dem RoB-2-Tool. Die Ergebnisse der einzelnen Studien wurden tabellarisch dargestellt und eine Zusammenfassung der Effekte durch eine Metaanalyse unter Verwendung eines Random-Effects-Modells synthetisiert; dabei wurde die Evidenzsicherheit nach GRADE bewertet. Es wurden Subgruppenanalysen basierend auf den einzelnen DPP-4-Hemmern, der Nachbeobachtungsdauer sowie Placebo oder anderen Kontrollen durchgeführt. Die systematische Übersicht wurde gemäß den PRISMA-2020-Leitlinien erstellt.
Die Metaanalyse wurde für alle 29 einbezogenen Studien unter Anwendung eines Random-Effects-Modells berechnet. Die Analyse der insgesamt gepoolten 67.873 Patienten zeigte keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Anwendung von DPP-4-Hemmern und Herzinsuffizienz mit einem Risikoverhältnis (RR) von 1,06 und einem 95-%-Konfidenzintervall (KI) von 0,94–1,12. Die Subgruppenanalyse ergab einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Anwendung von Saxagliptin und einem erhöhten Herzinsuffizienzrisiko.
Die Ergebnisse sollten aufgrund mehrerer Einschränkungen der Studie mit Vorsicht interpretiert werden. STUDIENREGISTRIERUNG: PROSPERO, CRD420261288081.