Ein Leitartikel von Cleland, Lainscak und Pellicori (EHJ, während der HF26) revidiert die globale Prävalenz der Herzinsuffizienz: Historische Zahlen von ~60 Millionen spiegeln symptomatische HF in Registern wider, doch zeitgemäßes populationsbasiertes Echo-Screening – einschließlich Stadium A/B, HFpEF und struktureller/funktioneller Auffälligkeiten – findet konsistent 8–12 % der älteren Erwachsenen, was auf eine globale Population von >600 Millionen hindeutet. Der Artikel fordert einen internationalen Konsens zur Falldefinition, routinemäßiges NT-proBNP- + Echo-Screening in der hausärztlichen Versorgung sowie die Erfassung der HF-Prävalenz in nationalen kardiovaskulären Registern. Er rahmt HF als Notfall der Bevölkerungsgesundheit statt als Subspezialitätsproblem.
Leitartikel, der aktuelle Evidenz auf Bevölkerungsebene zur Prävalenz der Herzinsuffizienz (HF) überprüft und projiziert, dass die globale HF-Population bei Anwendung breiterer, zeitgemäßer Definitionen mittlerweile 600 Millionen übersteigen könnte. Historische Zahlen von 60 Millionen spiegeln symptomatische HF in Registern wider; populationsbasierte echokardiographische Studien, die HF im Stadium A/B, HFpEF und strukturelle/funktionelle Auffälligkeiten einschließen, identifizieren konsistent 8–12 % der älteren Erwachsenen, was auf einen deutlich größeren Nenner hindeutet. Die Autoren plädieren für einen internationalen Konsens zu Falldefinitionen, die routinemäßige Einbeziehung natriuretischer Peptide und Echokardiographie beim Screening von Hochrisikopatienten in der hausärztlichen Versorgung sowie die Integration der HF-Prävalenzberichterstattung in nationale kardiovaskuläre Register. Implikationen: HF sollte als Notfall der Bevölkerungsgesundheit behandelt werden, nicht als Subspezialitätsproblem, und die Ressourcenzuteilung muss entsprechend skaliert werden.