EN Menu

19 Mai 2026

Atlas of Cardiology - Vermeidbare Ungleichheiten bei der Krankheitslast und Versorgung kardiovaskulärer Erkrankungen bestehen weiterhin

Press Release ESC may 19, 2026

Kardiovaskuläre Erkrankungen bleiben laut neuen Daten des Atlas of Cardiology der European Society of Cardiology (ESC), veröffentlicht im European Heart Journal, eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen Europas.

Der ESC Atlas of Cardiology feiert sein 10-jähriges Bestehen mit der fünften Ausgabe des ESC-Atlas-Berichts. Die Publikation zeigt erneut, dass CVD in mehr als 50 untersuchten ESC-Mitgliedsländern die häufigste Todesursache ist. „Der neue Bericht zeigt, dass CVD für mehr als 3 Millionen Todesfälle und 68 Millionen verlorene gesunde Lebensjahre pro Jahr verantwortlich war. Das sind keine abstrakten Statistiken – sie stehen für zu früh verlorene Leben, Menschen, die mit chronischen Erkrankungen leben, und Gesundheitssysteme unter wachsendem Druck", sagte Professor Adam Timmis, Ko-Erstautor der Publikation.

Im Einklang mit früheren Ausgaben des ESC Atlas ist eine zentrale Botschaft die anhaltende und vermeidbare Ungleichheit bei kardiovaskulärem Risiko, Behandlungsergebnissen und Zugang zur Versorgung. Länder mit mittlerem Einkommen weisen weiterhin eine etwa doppelt so hohe Mortalität auf wie Länder mit hohem Einkommen. Professor Steffen Petersen, Ko-Erstautor, merkte an: „Europa hat keine einheitliche kardiovaskuläre Realität – die Daten des ESC Atlas zeigen, dass die CVD-Krankheitslast in den ESC-Ländern ungleich verteilt ist. Während es in manchen Ländern echte Fortschritte gegeben hat, bestehen in vielen anderen erhebliche Lücken beim Zugang zu fortgeschrittener Diagnostik, Verfahren und Facharztpersonal."

Neue Daten des ESC Atlas unterstreichen die wachsende Bedeutung breiterer Determinanten der kardiovaskulären Gesundheit: Die Luftverschmutzung ist in Ländern mit mittlerem Einkommen doppelt so hoch wie in Ländern mit hohem Einkommen. Darüber hinaus verdeutlicht die Verbreitung des Vapings, insbesondere bei jungen Menschen, den Mangel an Evidenz dafür, dass E-Zigaretten ein wirksames Mittel zur Raucherentwöhnung sind. Der Konsum von E-Zigaretten erhöht die Wahrscheinlichkeit eines späteren Zigarettenkonsums bei Minderjährigen,2 was die Notwendigkeit klarerer Regulierung und gezielter Präventionspolitik für Jugendliche unterstreicht.

Die hohe Prävalenz klinischer Risikofaktoren wie Hypertonie, Dyslipidämie, Adipositas und Diabetes bleibt besorgniserregend. Professor Adam Timmis merkte an: „Die Fortschritte, die bei der Verringerung der CVD-Krankheitslast in einigen ESC-Mitgliedsländern erzielt wurden, drohen durch die Epidemie von Adipositas und Diabetes zunichtegemacht zu werden. Das Ausmaß der durch veränderbare Risikofaktoren verlorenen gesunden Lebensjahre unterstreicht die Dringlichkeit, die Prävention über das gesamte Leben hinweg zu verbessern sowie Früherkennung und Leitlinienumsetzung zu fördern. Die medizinischen und wirtschaftlichen Kosten des Nichthandelns sind enorm."

Die Benachteiligung von Frauen zeigt sich bei vielen der untersuchten Variablen, unter anderem beim geringeren Zugang zu wichtigen kardialen Verfahren. Während der ESC-Atlas-Bericht zeigte, dass 40 % der Kardiologinnen und Kardiologen Frauen sind, sind es bei den interventionellen Kardiologinnen und Kardiologen nur 11,5 % und in der Herzchirurgie noch weniger (8,8 %).

„Eine wesentliche Stärke des ESC Atlas sind die Beiträge der nationalen kardiologischen Fachgesellschaften der ESC, die nicht nur ein Bild der Krankheitslast vermitteln, sondern auch eine praktische Darstellung dessen liefern, wie kardiovaskuläre Versorgung in verschiedenen Ländern erbracht wird, für wen und durch wen," erklärte Professor Steffen Petersen, der abschließend feststellte: „Beim ESC Atlas geht es nicht nur darum, das Problem zu beschreiben. Diese Lücken sichtbar zu machen, ist der erste Schritt, um sie mit gezielten politischen Maßnahmen zu schließen, Investitionen zu lenken und nationale kardiovaskuläre Strategien zu unterstützen, die Ungleichheiten verringern."

Neben der fünften veröffentlichten Ausgabe sind interaktive Daten-Dashboards, die Ungleichheiten bei CVD in mehr als 50 Ländern zeigen, kostenlos auf eAtlas verfügbar.

Frühere Ausgaben der ESC-Atlas-Daten wurden EU-Gesundheitsministerinnen und -ministern im Rahmen von Diskussionen vorgestellt, die zur kürzlichen Einführung des Safe Hearts Plan führten, der darauf abzielt, CVD ins Zentrum der europäischen Public-Health-Agenda zu rücken.

Wichtigste Erkenntnisse