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29 Juli 2026

Lipidmanagement bei Typ-2-Diabetes und nicht-HDL-Cholesterin

Ziel sind alle atherogenen Lipoproteine.

Julia Brandts, Marlo Verket, Alberto Zambon et al. - Cardiovascular diabetology

Atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen (ASCVD) bleiben eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität bei Diabetes, was teilweise auf eine Dyslipidämie zurückzuführen ist. Obwohl LDL-Cholesterin (LDL-C) das primäre Behandlungsziel darstellt, weisen viele Patienten mit Diabetes eine gemischte Dyslipidämie mit erhöhten Triglyceriden und atherogenen Restlipoproteinen auf, die durch nicht-HDL-Cholesterin (nicht-HDL-C) besser erfasst werden. Leitlinien der ADA, AACE und ESC empfehlen sowohl LDL-C- als auch nicht-HDL-C-Zielwerte, die auf dem individuellen Risiko basieren, doch die Erreichung dieser Ziele bleibt in der Praxis suboptimal. Statine, Ezetimib, Bempedoinsäure und PCSK9-Inhibitoren senken wirksam LDL-C und nicht-HDL-C und reduzieren das kardiovaskuläre Risiko; Triglyceridsenker (Omega-3-Fettsäuren, Fibrate) senken zwar die Triglyceride, doch ihr Einfluss auf harte Endpunkte bleibt ungewiss. In diesem Übersichtsartikel wird für die Verwendung von nicht-HDL-C und Apolipoprotein B (apoB) alongside LDL-C als Maße der atherogenen Belastung sowie für eine gezieltere Behandlung residualer atherogener Partikel bei Diabetes plädiert.

Zusammenfassung

Die atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankung (ASCVD) bleibt eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität bei Menschen mit Diabetes, was teilweise auf eine Dyslipidämie zurückzuführen ist. Während die Senkung des low-density lipoprotein cholesterol (LDL-C) das primäre Ziel der Lipidtherapie darstellt, weisen viele Patientinnen und Patienten mit Diabetes eine gemischte Dyslipidämie auf, die durch erhöhte Triglyceridwerte und erhöhte Konzentrationen atherogener Remnant-Lipoproteine gekennzeichnet ist. Diese werden durch das non-high-density lipoprotein cholesterol (non-HDL-C) umfassender erfasst. Aktuelle Leitlinien internationaler Fachgesellschaften, darunter die American Diabetes Association (ADA), die American Association of Clinical Endocrinology (AACE) und die European Society of Cardiology (ESC), empfehlen LDL-C- und non-HDL-C-Zielwerte, die auf dem individuellen kardiovaskulären Risikoprofil basieren. Trotz klarer therapeutischer Algorithmen ist die Erreichung der Lipidzielwerte in der routinemäßigen klinischen Praxis weiterhin unbefriedigend, was intensivere und individualisierte Behandlungsstrategien erforderlich macht. Lipidsenkende Therapien, einschließlich Statinen, Ezetimib, Bempedoinsäure und PCSK9-Inhibitoren, senken wirksam LDL-C und non-HDL-C und reduzieren das kardiovaskuläre Risiko signifikant. Triglyceridsenkende Therapien, einschließlich Omega-3-Fettsäuren und Fibraten, haben erhebliche Senkungen der Triglyceridwerte gezeigt, doch ihre Auswirkungen auf kardiovaskuläre Endpunkte bleiben ungewiss. Angesichts der Heterogenität der Dyslipidämie bei Diabetes haben sich non-HDL-C und Apolipoprotein B (apoB) als überlegene Marker zur Beurteilung der atherogenen Belastung etabliert. Während die Senkung von LDL-C weiterhin im Mittelpunkt steht, sind zusätzliche Anstrengungen erforderlich, um das Management residualer atherogener Lipoproteinpartikel bei Diabetes zu optimieren. Künftige Forschung sollte sich auf die Verfeinerung der Risikostratifizierung, die Verbesserung der Erreichung von Lipidzielwerten und die Integration neuartiger lipidmodifizierender Arzneimittel konzentrieren, um die kardiovaskulären Ergebnisse in dieser Hochrisikopopulation zu verbessern.