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29 Aug. 2026

Jenseits von LDL-C

Moderne Lipidmanagement zur ASCVD-Prävention in der hausärztlichen Versorgung.

Andrew Carlson, Zaid A Zayyad, Stefanie Driesenga et al. - Cardiology and therapy

Diese narrative Übersicht beschreibt die sich wandelnde Landschaft des Lipidmanagements zur Prävention der atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankung (ASCVD) in der hausärztlichen Versorgung und Kardiologie. Über traditionelle Risikoscores hinaus verwenden Kliniker zunehmend die Lebenszeitrisikobewertung, Lipoprotein(a), Apolipoprotein B und die Koronararterienverkalkung (CAC) zur Identifizierung des Restrisikos und zur Therapieentscheidung. Während Statine weiterhin grundlegend sind, betonen die aktuellen Leitlinien der ACC/AHA und ESC/EAS eine frühe Therapiesteigerung und den strategischen Einsatz von Nicht-Statin-Medikamenten. Der Artikel bietet einen praxisnahen, leitlinienkonformen Rahmen zur Optimierung von Strategien zur Sekundär- und Primärprävention.

Zusammenfassung

Die Prävention der atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankung (ASCVD) ist für Kardiologen und Ärzte in der hausärztlichen Versorgung von grundlegender Bedeutung. Vom Risikokalkulator bis zur medikamentösen Therapie zur primären und sekundären Prävention entwickelt sich das Management mit zunehmender Evidenz weiter. Die Risikobewertung bewegt sich hin zu einem Modell, das neben dem traditionellen kurzfristigen Risiko auch das lebenslange Risiko in den Vordergrund stellt und eine ganzheitliche Betrachtung des individuellen kardiovaskulären Risikos des Patienten vornimmt, wobei genetische Prädisposition und risikoverstärkende Komorbiditäten berücksichtigt werden. Die Messung von Lipoprotein(a) und Apolipoprotein B sowie die Bestimmung des Koronarkalkscores (CAC) haben sich als Werkzeuge zur Identifizierung eines Restrisikos und zur Entscheidungsfindung bei grenzwertigen Risikokonstellationen etabliert. Während Statine nach wie vor das Fundament des Managements bilden, betonen neuere Behandlungsparadigmen die frühe Intensivierung der Therapie und den Zusatz nicht-statinbasierter Arzneimittel. Diese Trends spiegeln sich in den aktuellen Leitlinienaktualisierungen der American College of Cardiology/American Heart Association (ACC/AHA) und der European Society of Cardiology/European Atherosclerosis Society (ESC/EAS) wider. In Zukunft könnten polygene Risikoscores und RNA-basierte Therapien Möglichkeiten bieten, Personen mit dem höchsten Restrisiko zu identifizieren und zu behandeln.