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21 Dez. 2021

Wirkung einer langfristigen Supplementierung mit marinen Omega-3-Fettsäuren auf das Risiko für Vorhofflimmern in randomisierten kontrollierten Studien zu kardiovaskulären Endpunkten

Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse.

Baris Gencer, Luc Djousse, Omar T Al-Ramady et al. - Circulation

Diese Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien bestätigte, dass eine langfristige Supplementierung mit marinen Omega-3-Fettsäuren mit einem signifikant erhöhten Risiko für Vorhofflimmern assoziiert ist. Das eindeutige Sicherheitssignal weckte Bedenken hinsichtlich der kardiovaskulären Anwendung von Fischölpräparaten.

Hintergrund

Einige, aber nicht alle, groß angelegten randomisierten kontrollierten Studien (RCTs), die die Auswirkungen einer Supplementierung mit marinen Omega-3-Fettsäuren auf kardiovaskuläre Endpunkte untersuchten, berichteten über ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern (VHF). Die möglichen Gründe für die unterschiedlichen Befunde könnten dosisabhängig sein.

Methoden

Die Datenbanken MEDLINE und Embase wurden nach Artikeln und Abstracts durchsucht, die zwischen dem 1. Januar 2012 und dem 31. Dezember 2020 veröffentlicht wurden, zusätzlich zu einer 2019 veröffentlichten Metaanalyse großer kardiovaskulärer RCTs. Eingeschlossen wurden RCTs zu kardiovaskulären Endpunkten mariner Omega-3-Fettsäuren, die Ergebnisse zu VHF berichteten, sei es als vorab festgelegter Endpunkt, unerwünschtes Ereignis, oder Krankenhausaufnahmegrund, mit einer Mindeststichprobengröße von 500 Patienten und einer medianen Nachbeobachtungszeit von mindestens 1 Jahr. RCTs, die speziell kurzfristigere Auswirkungen von Omega-3-Fettsäuren auf rezidivierendes VHF bei Patienten mit bestehendem VHF oder postoperativem VHF untersuchten, wurden nicht eingeschlossen. Die Hazard Ratio (HR) für die berichteten VHF-Ergebnisse innerhalb jeder Studie wurde mittels eines Zufallseffektmodells mit Knapp-Hartung-Anpassung metaanalysiert, und eine Dosis-Wirkungs-Beziehung wurde mittels eines Metaregressionsmodells bewertet.

Ergebnisse

Von 4049 gesichteten Datensätzen wurden 7 Studien in die Metaanalyse eingeschlossen. Davon waren 5 bereits in einer früheren Metaanalyse kardiovaskulärer RCTs erfasst. Unter den 81.210 Patienten aus 7 Studien waren 58.939 (72,6 %) in Studien eingeschlossen, die ≤1 g/Tag testeten, und 22.271 (27,4 %) in Studien, die >1 g/Tag Omega-3-Fettsäuren testeten. Das mittlere Alter betrug 65 Jahre, und 31.842 (39 %) waren Frauen. Die gewichtete durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 4,9 Jahre. In der Metaanalyse war die Verwendung von marinen Omega-3-Fettsäurepräparaten mit einem erhöhten VHF-Risiko assoziiert (n=2905; HR 1,25 [95 %-KI 1,07-1,46]; p=0,013). In nach Dosis stratifizierten Analysen war die HR in Studien, die >1 g/Tag testeten, höher (HR 1,49 [95 %-KI 1,04-2,15]; p=0,042) im Vergleich zu jenen, die ≤1 g/Tag testeten (HR 1,12 [95 %-KI 1,03-1,22]; p=0,024; p für Interaktion <0,001). In der Metaregression stieg die HR für VHF pro 1 g höherer Dosierung von Omega-3-Fettsäuren (HR 1,11 [95 %-KI 1,06-1,15]; p=0,001).

Schlussfolgerungen

In RCTs, die kardiovaskuläre Endpunkte untersuchten, war eine Supplementierung mit marinen Omega-3-Fettsäuren mit einem erhöhten VHF-Risiko assoziiert. Das Risiko schien in Studien, die >1 g/Tag testeten, größer zu sein.