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5 Juli 2026

Kardiorespiratorische Fitness bei Jugendlichen und die Abwägung zwischen dem Risiko für Vorhofflimmern und den kardiovaskulären Vorteilen

Eine bundesweite, geschwisterkontrollierte Kohortenstudie

Marcel Ballin - Circulation

Schwedenweites Kohortenstudien-Design mit Geschwisterkontrolle an 1.124.049 Männern (Durchschnittsalter 18,3 Jahre), die zwischen 1972 und 1995 einem obligatorischen militärischen Tauglichkeitstest unterzogen wurden und bis Dezember 2023 nachbeobachtet wurden. 45.179 (4,0 %) entwickelten Vorhofflimmern und 96.404 (8,6 %) erlitten eine nicht durch Vorhofflimmern bedingte kardiovaskuläre Erkrankung (medianes Ereignisalter 55 Jahre). In der bevölkerungsweiten Analyse wiesen die fittesten Männer (höchstes Dezil) in der frühen Erwachsenenzeit einen leichten Überschuss an Vorhofflimmern auf, ab dem Alter von 45 Jahren jedoch stärkere Reduktionen bei nicht durch Vorhofflimmern bedingten kardiovaskulären Erkrankungen. Im Vergleich ganzer Geschwisterpaare (Kontrolle gemeinsamer familiärer Faktoren) verschwand dieser Zielkonflikt vollständig: Ab dem Alter von 35 Jahren war die Reduktion bei nicht durch Vorhofflimmern bedingten kardiovaskulären Erkrankungen bereits größer (RD -0,11 %) als der Überschuss an Vorhofflimmern (RD +0,06 %); mit 65 Jahren betrugen die Werte jeweils -3,91 % versus +2,30 %. Eine hohe Fitness im Jugendalter führt daher zu keinem netto kardiovaskulären Nachteil – was die Bemühungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zur Verbesserung der Jugendfitness unterstützt und hinsichtlich der Sicherheit hoher Fitnessniveaus beruhigend ist.

Zusammenfassung

HINTERGRUND: Junge Athleten und Jugendliche mit einer hohen kardiorespiratorischen Fitness weisen ein höheres Risiko für Vorhofflimmern (VF) auf. Es bleibt jedoch unklar, inwieweit dies auf kausale Effekte oder auf gemeinsame genetische, verhaltensbezogene und umweltbedingte Faktoren zurückzuführen ist.

METHODEN: Diese Kohortenstudie mit Geschwister-Kontrollanalyse umfasste schwedische Männer, die an den obligatorischen Wehrtauglichkeitsuntersuchungen von 1972 bis 1995 teilgenommen und einen Test zur Bestimmung der kardiorespiratorischen Fitness absolviert hatten. Die Endpunkte waren VF und nicht-VF-kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD; z. B. Schlaganfall und ischämische Herzkrankheit), definiert als zusammengesetzter Endpunkt aus Diagnose oder Tod im Nationalen Patientenregister und im Register der Todesursachen bis zum 31. Dezember 2023. Flexible parametrische Regressionen schätzten standardisierte kumulative Risikodifferenzen (RD) nach Fitness-Dezilen.

ERGEBNISSE: Von 1 124 049 Männern (Durchschnittsalter 18,3 Jahre) erlitten 45 179 (4,0 %) ein VF-Ereignis und 96 404 (8,6 %) ein nicht-VF-CVD-Ereignis bei einem Medianalter von 54,8 bzw. 54,4 Jahren. In der bevölkerungsweiten Analyse, die für gemessene Störfaktoren adjustiert war, wies das höchste Fitness-Dezil im Vergleich zum niedrigsten Dezil in der frühen Erwachsenenzeit einen geringfügigen Überschuss an VF auf, der die Reduktion bei nicht-VF-CVD übertraf. Ab einem Alter von 45 Jahren wurde die Reduktion bei nicht-VF-CVD jedoch größer. In Vergleichen zwischen Vollgeschwistern, die gemeinsame familiäre Faktoren kontrollierten, verschwand der altersabhängige Zielkonflikt vollständig, sodass sich kein Altersfenster mit einem Netto-Nachteil für die kardiovaskuläre Gesundheit ergab. Bereits ab einem Alter von 35 Jahren war die Reduktion bei nicht-VF-CVD größer (RD, −0,11 % [95 %-KI, −0,21 % bis −0,01 %]) als der Überschuss an VF (RD, 0,06 % [95 %-KI, −0,01 % bis 0,12 %]). Bis zum Alter von 65 Jahren vergrößerte sich diese Lücke weiter, wobei die Reduktion bei nicht-VF-CVD (RD, −3,91 % [95 %-KI, −5,40 % bis −2,42 %]) den Überschuss an VF (RD, 2,30 % [95 %-KI, 1,15 %–3,45 %]) deutlich übertraf.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Eine hohe kardiorespiratorische Fitness im Jugendalter ist mit einem geringfügigen Überschuss des VF-Risikos in der frühen Erwachsenenzeit verbunden, der nach Adjustierung für familiäre Störfaktoren durch größere Reduktionen bei nicht-VF-CVD überkompensiert wird. Diese Befunde unterstützen die Bemühungen auf Bevölkerungsebene zur Verbesserung der kardiorespiratorischen Fitness junger Menschen und geben Anlass zur Beruhigung hinsichtlich der Sicherheit und Vorteile eines hohen Fitnessniveaus.