Eine gemeinsame Expertenkonferenz der AHA, ACC, ESC und WHF stellt die zweite universelle Definition der Herzinsuffizienz vor, um langjährige diagnostische Unklarheiten zu beseitigen und die globale Überwachung zu standardisieren. Der aktualisierte Rahmen ersetzt starre Grenzwerte für die linksventrikuläre Ejektionsfraktion durch dynamische Kategorien mit reduzierter, erhaltener und verbesserter Ejektionsfraktion und integriert formell die Phase vor der Herzinsuffizienz (Stadium B), Erholungsverläufe sowie soziale Determinanten in die klinische Klassifikation. Diese standardisierte Nomenklatur wird die Früherkennung vereinfachen, Präventionsstrategien leiten und Forschung sowie Praxis in der hausärztlichen Versorgung, der Kardiologie und den Gesundheitssystemen weltweit angleichen.
Die Herzinsuffizienz (HI) bleibt ein drängendes Gesundheitsproblem, wobei die Prävalenz weltweit zunimmt. Subjektivität und Mehrdeutigkeit bei der Definition der HI sowie ihrer Vorstufen haben Forschung, globale Überwachung und Präventionsprogramme eingeschränkt. Um dies zu adressieren, haben sich mehrere kardiologische Gesellschaften und Stiftungen im Jahr 2021 zusammengefunden, um die Definition der HI zu standardisieren, und die Stufe B bzw. prä-HI (pre-HF) zur Identifizierung von Personen mit einem Risiko für die Entwicklung einer HI ausgewiesen. In den darauffolgenden Jahren wurden erhebliche Fortschritte und Veränderungen in den Bereichen der Prävention der HI, der Verbesserung der Diagnose und des Managements der HI sowie der Anerkennung der Bedeutung der Stimme der betroffenen Person erzielt. Globale Unterschiede und Ungleichheiten bei der HI werden besser verstanden, ebenso wie Ursachen und Komorbiditäten, die zu Unterschieden in der Versorgung führen, die auch vom Zugang zur Versorgung beeinflusst werden. Dieses Konsensdokument stellt die Zweite Universelle Definition der Herzinsuffizienz vor, die darauf abzielt, die Terminologie zu standardisieren und einen einheitlichen Ansatz für Kliniker, Forscher, Gesundheitssysteme und politische Entscheidungsträger zu erleichtern. In dieser Definition entfernt sich die Klassifikation der HI-Phänotypen von starren Grenzwerten für die linksventrikuläre Ejektionsfraktion und gruppiert die HI stattdessen in Kategorien mit reduzierter, erhaltener und verbesserter Ejektionsfraktion, um die klinische Realität besser widerzuspiegeln. Es wird auch eine universelle Klassifikation der Ursachen der HI vorgeschlagen. Das Dokument behandelt zudem die dynamischen Verläufe der HI-Verbesserung, Remission und Genesung und hebt die Auswirkungen sozialer Determinanten und geografischer Variationen auf das HI-Risiko und die Ergebnisse hervor. Durch die Bereitstellung eines umfassenden, standardisierten Rahmens für die Definition und Klassifikation der HI zielt dieses Dokument darauf ab, die Prävention, die Früherkennung und das Management der HI weltweit zu verbessern und damit die Patientenversorgung zu optimieren und die globale kardiovaskuläre Gesundheit voranzutreiben.