Diese integrierte Übersicht untersucht die bidirektionale Beziehung zwischen Gebrechlichkeit und Herzinsuffizienz bei älteren Erwachsenen und hebt hervor, wie Gebrechlichkeit die neu auftretende Herzinsuffizienz unabhängig vorhersagt, während die Herzinsuffizienz das Fortschreiten der Gebrechlichkeit durch Entzündung, Sarkopenie und Dekonditionierung beschleunigt. Gebrechlichkeit ist stark mit einer höheren Mortalität, einer reduzierten Lebensqualität und einer schlechteren Toleranz gegenüber leitliniengerechter medikamentöser Therapie assoziiert, wobei der neu vorgeschlagene Herzinsuffizienz-Gebrechlichkeits-Score (HFFS) ein spezifisches Beurteilungsinstrument bietet. In der klinischen Praxis sind routinemäßiges Screening auf Gebrechlichkeit und gezielte Interventionen – einschließlich Bewegungstherapie, Ernährungsunterstützung und strukturierte Medikamentenüberprüfung – unerlässlich, um die Ergebnisse in dieser vulnerablen Patientengruppe zu optimieren.
Herzinsuffizienz (HI) und Gebrechlichkeit (Frailty) treten bei älteren Erwachsenen häufig gemeinsam auf und sind mit ungünstigen klinischen Ergebnissen assoziiert. Die Prävalenz der Gebrechlichkeit liegt bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz je nach klinischem Setting und verwendetem Beurteilungsinstrument zwischen 15 % und 76 %, wobei sie bei hospitalisierten Patienten mit Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) Werte von nahezu 90 % erreicht. Diese integrierte Übersicht fasst die aktuelle Evidenz zur bidirektionalen Beziehung zwischen Gebrechlichkeit und Herzinsuffizienz zusammen, einschließlich gemeinsamer pathophysiologischer Mechanismen, Epidemiologie, prognostischer Implikationen, Beurteilungsstrategien und aktueller Managementansätze. Die verfügbare Evidenz zeigt, dass Gebrechlichkeit das Auftreten einer Herzinsuffizienz unabhängig vorhersagt und mit einer fortschreitenden Verschlechterung der kardialen Struktur und Funktion assoziiert ist. Umgekehrt beschleunigt die Herzinsuffizienz das Fortschreiten der Gebrechlichkeit durch systemische Entzündung, Hypoperfusion der Skelettmuskulatur, Sarkopenie, neurohumorale Aktivierung, Mangelernährung und durch hospitalisationsbedingte Dekonditionierung. Gebrechlichkeit trägt zu einer eingeschränkten Lebensqualität, verminderter Selbstversorgungskapazität, verlängerter Hospitalisierung, schlechterer Verträglichkeit einer leitliniengerechten medikamentösen Therapie und einem höheren Risiko für alle Ursachen bedingte Mortalität bei. Aktuelle Beurteilungsstrategien umfassen Maßnahmen zur körperlichen Leistungsfähigkeit, multidimensionale Instrumente zur Erfassung der Gebrechlichkeit und umfassende geriatrische Assessments. Der kürzlich entwickelte Herzinsuffizienz-Gebrechlichkeits-Score (Heart Failure Frailty Score, HFFS) stellt das erste spezifisch für die Herzinsuffizienz entwickelte multidimensionale Instrument zur Erfassung der Gebrechlichkeit dar. Managementstrategien umfassen die rehabilitative Bewegungstherapie, die Optimierung der Ernährung, eine strukturierte Überprüfung der Medikation und die Integration der Beurteilung der Gebrechlichkeit in die Entscheidungsfindung bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz. Zukünftige Forschungsarbeiten sollten die prospektive Validierung von spezifischen Instrumenten zur Erfassung der Gebrechlichkeit bei Herzinsuffizienz sowie randomisierte Studien zur Bewertung gebrechlichkeitszielgerichteter Interventionen in Populationen mit Herzinsuffizienz priorisieren.