2 März 2018
Deutschland: Überblick kardiovaskuläre Primärversorgung
Prof. Martin Scherer - EPCCS Council 2017
Einführung: Kardiovaskuläres Risikomanagement durch die Primärversorgung in Deutschland
- In Deutschland gibt es 450.000 Ärztinnen und Ärzte, 343.000 aktiv klinisch Tätige, 57.000 Hausärztinnen und Hausärzte, 170.000 im Krankenhaus und 143.000 in der ambulanten Versorgung. Die Hausärztinnen und Hausärzte sind Unternehmerinnen und Unternehmer und führen kleine Betriebe. Sie dürfen vieles tun, werden aber nicht für alles bezahlt.
- Es gibt 38 Universitäten mit einer medizinischen Fakultät, und die Hälfte der Universitäten hat eine abteilungsähnliche Struktur mit einer/einem hauptamtlichen Hausärztin/Hausarzt, die/der als Dozentin/Dozent fungiert, oft jedoch ohne ausreichende Infrastruktur.
- Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat 6.000 Mitglieder (etwa 10% aller Hausärztinnen und Hausärzte). Als Teil der DEGAM gibt es einen Leitlinienausschuss mit 80 Mitgliedern, der 40 hausärztliche Praxisleitlinien erstellt hat und an 30 interdisziplinären Leitlinien beteiligt war.
- Der „Hausärzteverband“ ist eine weitere Organisation in Deutschland mit 30.000 Mitgliedern, die die politische Interessenvertretung der deutschen Hausärztinnen und Hausärzte darstellt.
- In Deutschland wird die kardiovaskuläre Erkrankung in der Primärversorgung behandelt. Hausärztliche Leitlinien befassen sich mit Herzinsuffizienz, kardiovaskulärer Prävention, Brustschmerz und koronarer Herzkrankheit. Die meisten deutschen Kardiologinnen und Kardiologen behandeln ihre Patientinnen und Patienten gemäß den ESC-Leitlinien.
- Es gibt organisierte Disease-Management-Programme für KHK, Diabetes und Asthma/COPD.
- Die DEGAM hat eine Software zur Berechnung des kardiovaskulären Risikos (ARRIBA) entwickelt, die der Hausärztin/dem Hausarzt bei der Berechnung und Kommunikation des relativen und absoluten Risikos hilft.
- Darüber hinaus entwickeln wir DEXIMED als Point-of-Care-Enzyklopädie, eine Adaptation des NEL (Norsk Elektronisk Legehåndbok).