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Literatur ·

Duale Thrombozytenaggregationshemmung nach perkutaner Koronarintervention und medikamentenfreisetzenden Stents

Eine systematische Übersichtsarbeit und Netzwerk-Metaanalyse.

Diese umfassende Netzwerk-Metaanalyse bewertete die optimale Dauer und Intensität der DAPT nach PCI mit medikamentenfreisetzenden Stents und verglich kurzfristige, standardmäßige und verlängerte Regime. Die Analyse lieferte quantitative Leitlinien zur Individualisierung der DAPT-Dauer basierend auf individuellen Risikoprofilen.

Hintergrund

Die optimale Dauer der dualen Thrombozytenaggregationshemmung (DAPT) nach perkutaner Koronarintervention mit medikamentenfreisetzenden Stents bleibt unsicher. Wir verglichen kurzfristige (<6-monatige) DAPT gefolgt von Aspirin- oder P2Y12-Hemmer-Monotherapie; mittelfristige (6-monatige) DAPT; 12-monatige DAPT; und verlängerte (>12-monatige) DAPT nach perkutaner Koronarintervention mit medikamentenfreisetzenden Stents.

Methoden

24 randomisierte kontrollierte Studien wurden mittels Medline, Embase, Cochrane Library und Online-Datenbanken bis September 2019 ausgewählt. Die koprimären Endpunkte waren Myokardinfarkt und schwere Blutung, die den Netto-klinischen Nutzen bildeten. Eine frequentistische Netzwerk-Metaanalyse wurde mit einem Random-Effects-Modell durchgeführt.

Ergebnisse

Bei 79.073 Patienten war die verlängerte DAPT bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 18 Monaten mit einem verringerten Risiko für Myokardinfarkt assoziiert im Vergleich zur 12-monatigen DAPT (absolute Risikodifferenz -3,8 Inzidenzfälle pro 1000 Personenjahre; relatives Risiko 0,68 [95 %-KI 0,54–0,87]), zur mittelfristigen DAPT (absolute Risikodifferenz -4,6 Inzidenzfälle pro 1000 Personenjahre; relatives Risiko 0,61 [0,45–0,83]) und zur kurzfristigen DAPT gefolgt von Aspirin-Monotherapie (absolute Risikodifferenz -6,1 Inzidenzfälle pro 1000 Personenjahre; relatives Risiko 0,55 [0,37–0,83]) oder P2Y12-Hemmer-Monotherapie (absolute Risikodifferenz -3,7 Inzidenzfälle pro 1000 Personenjahre; relatives Risiko 0,69 [0,51–0,95]). Umgekehrt war die verlängerte DAPT mit einem höheren Risiko für schwere Blutungen assoziiert als alle anderen DAPT-Gruppen. Im Vergleich zur 12-monatigen DAPT wurden keine signifikanten Unterschiede im Risiko für ischämische Endpunkte oder schwere Blutungen bei mittelfristiger oder kurzfristiger DAPT gefolgt von Aspirin-Monotherapie beobachtet, mit der Ausnahme, dass kurzfristige DAPT gefolgt von P2Y12-Hemmer-Monotherapie mit einem verringerten Risiko für schwere Blutungen assoziiert war. Es gab keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Mortalität zwischen den verschiedenen DAPT-Strategien. Beim akuten Koronarsyndrom war die verlängerte DAPT im Vergleich zur 12-monatigen DAPT mit einem verringerten Risiko für Myokardinfarkt ohne signifikanten Anstieg des Risikos für schwere Blutungen assoziiert.

Schlussfolgerungen

Die vorliegende Netzwerk-Metaanalyse legt nahe, dass im Vergleich zur 12-monatigen DAPT die kurzfristige DAPT gefolgt von P2Y12-Hemmer-Monotherapie schwere Blutungen nach perkutaner Koronarintervention mit medikamentenfreisetzenden Stents reduziert, während die verlängerte DAPT Myokardinfarkt auf Kosten von mehr Blutungsereignissen reduziert.

Diese Seite wurde aus dem Englischen übersetzt und kann Fehler enthalten. Englisches Original