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7 Nov. 2020

Vollständige Revaskularisation reduziert kardiovaskulären Tod bei Patienten mit ST-Hebungsinfarkt und Mehrgefäßerkrankung

systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse randomisierter klinischer Studien.

Rita Pavasini, Simone Biscaglia, Emanuele Barbato et al. - European heart journal

Diese Metaanalyse zeigte, dass die vollständige Revaskularisation von Nicht-Culprit-Läsionen bei Patienten mit STEMI und Mehrgefäßerkrankung den kardiovaskulären Tod signifikant reduziert und damit den bislang stärksten Beleg für einen Mortalitätsnutzen der Strategie der vollständigen Revaskularisation lieferte.

Ziele

Ziel dieser Arbeit war es, die prognostische Auswirkung der Revaskularisation von Nicht-Culprit-Läsionen bei Patienten mit ST-Hebungsinfarkt (STEMI) und Mehrgefäßerkrankung mittels einer Metaanalyse verfügbarer randomisierter klinischer Studien (RCTs) zu untersuchen.

Methoden

Daten aus sechs RCTs, die vollständige versus alleinige Culprit-Läsion-Revaskularisation bei STEMI-Patienten mit Mehrgefäßerkrankung verglichen, wurden mit einer Metaanalyse nach der generischen Inverse-Varianz-Methode mit Random-Effects-Modell analysiert. Die Endpunkte wurden als Hazard Ratio (HR) mit 95 %-Konfidenzintervall (KI) ausgedrückt. Der primäre Endpunkt war der kardiovaskuläre Tod. Wichtige sekundäre Endpunkte von Interesse waren die Gesamtmortalität, der Myokardinfarkt (MI) und die erneute koronare Revaskularisation. Insgesamt wurden 6528 Patienten eingeschlossen (3139 in der vollständigen Gruppe, 3389 in der alleinigen Culprit-Läsion-Gruppe). Nach einer Nachbeobachtung von 1 bis 3 Jahren (Median 2 Jahre) war der kardiovaskuläre Tod in der Gruppe mit vollständiger Revaskularisation signifikant reduziert (HR 0,62, 95 %-KI 0,39–0,97, I² = 29 %). Die Number Needed to Treat zur Verhinderung eines kardiovaskulären Todes betrug 70 (95 %-KI 36–150). Die sekundären Endpunkte MI und Revaskularisation waren ebenfalls signifikant reduziert (HR 0,68, 95 %-KI 0,55–0,84, I² = 0 % bzw. HR 0,29, 95 %-KI 0,22–0,38, I² = 36 %). Die Number Needed to Treat betrug 45 (95 %-KI 37–55) für MI und 8 (95 %-KI 5–13) für Revaskularisation. Die Gesamtmortalität (HR 0,81, 95 %-KI 0,56–1,16, I² = 27 %) wurde durch die Revaskularisationsstrategie nicht beeinflusst.

Schlussfolgerungen

In einer ausgewählten Studienpopulation von STEMI-Patienten mit Mehrgefäßerkrankung ist eine Strategie der vollständigen Revaskularisation mit einer Reduktion des kardiovaskulären Todes assoziiert. Diese Reduktion geht einher mit einer Reduktion von MI und dem Bedarf an erneuter Revaskularisation.