Diese Metaanalyse randomisierter Studien in JAMA Cardiology bestätigte, dass die Katheterablation als Erstlinientherapie bei Vorhofflimmern antiarrhythmischen Medikamenten für den Erhalt des Sinusrhythmus überlegen ist, mit potenziellen Vorteilen für kardiovaskuläre Endpunkte. Die gepoolten Daten unterstützten die Verschiebung hin zu einer früheren Ablation.
Die Sicherheit und Wirksamkeit der AF-Ablation als Erstlinientherapie im Vergleich zu Antiarrhythmika (AAD) bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern zu bewerten. DATENQUELLEN: PubMed/MEDLINE, Scopus, Google Scholar und diverse große wissenschaftliche Kongresssitzungen vom 1. Januar 2000 bis zum 23. November 2020. STUDIENAUSWAHL: Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) in englischer Sprache mit mindestens 12 Monaten Nachbeobachtung, die klinische Endpunkte der Ablation versus AAD als Erstlinientherapie bei erwachsenen Patienten mit Vorhofflimmern verglichen. Die Qualität der Einzelstudien wurde mit dem Cochrane-Verzerrungsrisiko-Tool bewertet. Sechs RCTs erfüllten die Einschlusskriterien, mit insgesamt 1212 Patienten. DATENEXTRAKTION UND SYNTHESE: Zwei Untersucher extrahierten die Daten unabhängig voneinander. Die Berichterstattung erfolgte gemäß den PRISMA-Leitlinien (Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-analysis). Die Analyse wurde mit einem Random-Effects-Modell nach der Mantel-Haenszel-Methode durchgeführt, und die Ergebnisse werden als 95 %-KI dargestellt. HAUPTZIELGRÖSSEN UND MESSUNGEN: Die Hauptzielgrößen waren Sicherheit und Wirksamkeit der AF-Ablation als Erstlinientherapie im Vergleich zu AAD. Die Studien wurden als mit geringem Risiko für Selektions- und Attrition-Bias, hohem Risiko für Performance-Bias und unklarem Risiko für Detection-Bias aufgrund fehlender Verblindung und offener Studiendesigns bewertet.
Insgesamt wurden 6 RCTs mit 1212 Patienten mit Vorhofflimmern eingeschlossen (609 wurden zur AF-Ablation und 603 zur medikamentösen Therapie randomisiert; mittleres Alter [SD] 56 [11] Jahre). Im Vergleich zu AAD war die Katheterablation mit einer Reduktion rezidivierender atrialer Arrhythmien assoziiert (32,3 % vs. 53 %; Risk Ratio [RR] 0,62; 95 %-KI 0,51-0,74; p < 0,001; I² = 40 %), mit einer Number Needed to Treat für die Ablation zur Vermeidung einer Arrhythmie von 5. Die Anwendung der Ablation war zudem mit reduzierter symptomatischer atrialer Arrhythmie (11,8 % vs. 26,4 %; RR 0,44; 95 %-KI 0,27-0,72; p = 0,001; I² = 54 %) und Hospitalisierung (5,6 % vs. 18,7 %; RR 0,32; 95 %-KI 0,19-0,53; p < 0,001) assoziiert, ohne signifikanten Unterschied bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen zwischen den Gruppen (4,2 % vs. 2,8 %; RR 1,52; 95 %-KI 0,81-2,85; p = 0,19).
In dieser Metaanalyse randomisierter klinischer Studien zur Erstlinientherapie von Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern war die Katheterablation im Vergleich zu antiarrhythmischen Medikamenten mit Reduktionen des Rezidivs atrialer Arrhythmien und der Hospitalisierungen assoziiert, ohne Unterschied bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen.