Die USPSTF bekräftigte 2022 erneut die unzureichende Evidenz (Aussage „I“) für ein EKG-Screening auf Vorhofflimmern bei asymptomatischen älteren Erwachsenen, trotz fortschreitender Wearable-Technologie, aufgrund des Fehlens randomisierter Studien, die belegen, dass die Behandlung eines durch Screening entdeckten VHF die Ergebnisse verbessert.
BEDEUTUNG: Vorhofflimmern (VHF) ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Die Prävalenz von VHF steigt mit dem Alter, von weniger als 0,2 % bei Erwachsenen unter 55 Jahren auf etwa 10 % bei Personen ab 85 Jahren, mit einer höheren Prävalenz bei Männern als bei Frauen. Es ist unklar, ob sich die Prävalenz von VHF nach Rasse und Ethnizität unterscheidet. Vorhofflimmern ist ein wichtiger Risikofaktor für ischämischen Schlaganfall und mit einem erheblich erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert. Bei etwa 20 % der Patienten mit einem VHF-assoziierten Schlaganfall wird das VHF erstmals zum Zeitpunkt des Schlaganfalls oder kurz danach diagnostiziert. ZIEL: Zur Aktualisierung ihrer Empfehlung von 2018 beauftragte die US Preventive Services Task Force (USPSTF) eine systematische Übersichtsarbeit zu Nutzen und Schäden des Screenings auf VHF bei älteren Erwachsenen, zur Genauigkeit der Screening-Tests, zur Wirksamkeit der Screening-Tests bei der Erkennung von zuvor nicht diagnostiziertem VHF im Vergleich zur Standardversorgung, und zu Nutzen und Schäden der Antikoagulationstherapie zur Behandlung von durch Screening entdecktem VHF bei älteren Erwachsenen. POPULATION: Erwachsene ab 50 Jahren ohne Diagnose oder Symptome von VHF und ohne Vorgeschichte einer transitorischen ischämischen Attacke oder eines Schlaganfalls. EVIDENZBEWERTUNG: Die USPSTF kommt zu dem Schluss, dass Evidenz fehlt, und das Verhältnis von Nutzen und Schäden des Screenings auf VHF bei asymptomatischen Erwachsenen nicht bestimmt werden kann. EMPFEHLUNG: Die USPSTF kommt zu dem Schluss, dass die aktuelle Evidenz nicht ausreicht, um das Verhältnis von Nutzen und Schäden des Screenings auf VHF zu bewerten. (Aussage I).