Die PACMAN-AMI-Studie zeigte, dass die Zugabe von Alirocumab zu einer hochintensiven Statintherapie nach akutem MI im Vergleich zur alleinigen Statintherapie zu stärkeren Reduktionen des koronaren Plaquevolumens und einer verbesserten Plaquezusammensetzung in der multimodalen intravaskulären Bildgebung führte. Die Ergebnisse lieferten direkte Evidenz dafür, dass eine frühe PCSK9-Hemmung vulnerable Plaques günstig modifiziert.
Bestimmung der Wirkung von Alirocumab auf die koronare Atherosklerose mittels serieller multimodaler intrakoronarer Bildgebung bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt. DESIGN, SETTING, UND TEILNEHMER: Die doppelblinde, placebokontrollierte, randomisierte klinische Studie PACMAN-AMI (Einschluss: 9. Mai 2017 bis 7. Oktober 2020; letzte Nachbeobachtung: 13. Oktober 2021) schloss 300 Patienten ein, die sich an 9 akademischen europäischen Krankenhäusern einer perkutanen Koronarintervention wegen akutem Myokardinfarkt unterzogen.
Die Patienten wurden randomisiert zu zweiwöchentlichem subkutanem Alirocumab (150 mg; n = 148) oder Placebo (n = 152), begonnen weniger als 24 Stunden nach dringlicher perkutaner Koronarintervention der Culprit-Läsion, für 52 Wochen zusätzlich zu einer hochintensiven Statintherapie (Rosuvastatin, 20 mg). HAUPTENDPUNKTE UND MESSGRÖSSEN: Intravaskuläre Ultraschalluntersuchung (IVUS), Nahinfrarotspektroskopie, und optische Kohärenztomographie wurden seriell in den 2 nicht infarktbezogenen Koronararterien zu Studienbeginn und nach 52 Wochen durchgeführt. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die Veränderung des IVUS-abgeleiteten prozentualen Atheromvolumens vom Ausgangswert bis Woche 52. Zwei mit ausreichender statistischer Power ausgestattete sekundäre Endpunkte waren Veränderungen des nahinfrarotspektroskopisch abgeleiteten maximalen Lipidkernlast-Index innerhalb von 4 mm (höhere Werte weisen auf einen höheren Lipidgehalt hin) und der mittels optischer Kohärenztomographie abgeleiteten minimalen fibrösen Kappendicke (kleinere Werte weisen auf dünnkappige, vulnerable Plaques hin) vom Ausgangswert bis Woche 52.
Unter den 300 randomisierten Patienten (mittleres [SD] Alter 58,5 [9,7] Jahre; 56 [18,7 %] Frauen; mittlerer [SD] LDL-Cholesterinspiegel 152,4 [33,8] mg/dl) unterzogen sich 265 (88,3 %) einer seriellen IVUS-Bildgebung in 537 Arterien. Nach 52 Wochen betrug die mittlere Veränderung des prozentualen Atheromvolumens -2,13 % unter Alirocumab gegenüber -0,92 % unter Placebo (Differenz -1,21 % [95 %-KI -1,78 % bis -0,65 %], p < 0,001). Die mittlere Veränderung des maximalen Lipidkernlast-Index innerhalb von 4 mm betrug -79,42 unter Alirocumab gegenüber -37,60 unter Placebo (Differenz -41,24 [95 %-KI -70,71 bis -11,77]; p = 0,006). Die mittlere Veränderung der minimalen fibrösen Kappendicke betrug 62,67 μm unter Alirocumab gegenüber 33,19 μm unter Placebo (Differenz 29,65 μm [95 %-KI 11,75-47,55]; p = 0,001). Unerwünschte Ereignisse traten bei 70,7 % der mit Alirocumab behandelten Patienten gegenüber 72,8 % der Placebo-Patienten auf.
Bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt führte die Zugabe von zweiwöchentlichem subkutanem Alirocumab im Vergleich zu Placebo zu einer hochintensiven Statintherapie nach 52 Wochen zu einer signifikant stärkeren Regression der koronaren Plaques in nicht infarktbezogenen Arterien. Weitere Forschung ist erforderlich, um zu verstehen, ob Alirocumab die klinischen Ergebnisse in dieser Population verbessert.