Die OCTOBER-Studie zeigte, dass die OCT-gesteuerte PCI bei komplexen Bifurkationsläsionen den zusammengesetzten Endpunkt aus kardialem Tod, MI der Zielläsion oder Revaskularisation der Zielläsion im Vergleich zur angiographisch gesteuerten PCI um 57 % reduzierte. Dies etablierte OCT als wertvolles Steuerungsinstrument speziell für die Bifurkationsintervention.
Die bildgebungsgesteuerte perkutane Koronarintervention (PCI) ist mit besseren klinischen Endpunkten assoziiert als die angiographisch gesteuerte PCI. Ob eine routinemäßige Steuerung mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) bei der PCI von Läsionen an Verzweigungspunkten der Koronararterien (Bifurkationen) im Vergleich zur angiographischen Steuerung die klinischen Endpunkte verbessert, ist ungewiss.
Wir führten eine multizentrische, randomisierte, offene Studie an 38 Zentren in Europa durch. Patienten mit klinischer Indikation für eine PCI und einer mittels Koronarangiographie identifizierten komplexen Bifurkationsläsion wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert entweder der OCT-gesteuerten PCI oder der angiographisch gesteuerten PCI zugeteilt. Der primäre Endpunkt war ein zusammengesetzter Endpunkt aus schwerwiegenden unerwünschten kardialen Ereignissen (MACE), definiert als Tod aus kardialer Ursache, Myokardinfarkt der Zielläsion oder ischämiebedingte Revaskularisation der Zielläsion, bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 2 Jahren.
Wir teilten 1201 Patienten der OCT-gesteuerten PCI (600 Patienten) oder der angiographisch gesteuerten PCI (601 Patienten) zu. Insgesamt hatten 111 Patienten (18,5 %) in der OCT-gesteuerten PCI-Gruppe und 116 (19,3 %) in der angiographisch gesteuerten PCI-Gruppe eine Bifurkationsläsion mit Beteiligung der linken Hauptstammkoronararterie. Nach 2 Jahren war ein primäres Endpunktereignis bei 59 Patienten (10,1 %) in der OCT-gesteuerten PCI-Gruppe und bei 83 Patienten (14,1 %) in der angiographisch gesteuerten PCI-Gruppe eingetreten (Hazard Ratio 0,70; 95 %-Konfidenzintervall 0,50 bis 0,98; p=0,035). Verfahrensbedingte Komplikationen traten bei 41 Patienten (6,8 %) in der OCT-gesteuerten PCI-Gruppe und bei 34 Patienten (5,7 %) in der angiographisch gesteuerten PCI-Gruppe auf.
Bei Patienten mit komplexen Bifurkationsläsionen der Koronararterien war die OCT-gesteuerte PCI mit einer niedrigeren Inzidenz von MACE nach 2 Jahren assoziiert als die angiographisch gesteuerte PCI. (Finanziert von Abbott Vascular und anderen; OCTOBER-ClinicalTrials.gov-Nummer NCT03171311.)