Diese Metaanalyse individueller Patientendaten bestätigte, dass ein frühes invasives Management bei älteren Patienten mit NSTE-ACS im Vergleich zum konservativen Management Myokardinfarkt und erneute Revaskularisation reduziert. Die gepoolte Evidenz unterstützt die aktive Intervention bei älteren ACS-Patienten.
MEDLINE, Web of Science und Scopus wurden zwischen dem 1. Januar 2010 und dem 11. September 2023 durchsucht. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), die routinemäßige invasive und konservative Strategien bei Personen über 70 Jahren mit NSTEACS untersuchten. Beobachtungsstudien oder Studien mit Populationen außerhalb des Zielbereichs wurden ausgeschlossen. Der primäre Endpunkt war ein zusammengesetzter Endpunkt aus Gesamtmortalität und Myokardinfarkt (MI) nach 1 Jahr. Es wurden einstufige IPD-Metaanalysen unter Verwendung von Random-Effects- und Fixed-Effect-Cox-Modellen durchgeführt. Diese Metaanalyse ist bei PROSPERO registriert (CRD42023379819).
Es wurden sechs geeignete Studien mit insgesamt 1479 Teilnehmern identifiziert. Der primäre Endpunkt trat bei 181 von 736 (24,5 %) Teilnehmern in der Gruppe des invasiven Managements auf, verglichen mit 215 von 743 (28,9 %) Teilnehmern in der Gruppe des konservativen Managements, mit einer Hazard Ratio (HR) aus dem Random-Effects-Modell von 0,87 (95 %-KI 0,63-1,22; p=0,43). Das Risiko für Myokardinfarkt nach 1 Jahr war in der invasiven Gruppe signifikant niedriger als in der konservativen Gruppe (HR aus dem Random-Effects-Modell 0,62, 95 %-KI 0,44-0,87; p=0,006). Ähnliche Ergebnisse zeigten sich für die dringliche Revaskularisation (HR aus dem Random-Effects-Modell 0,41, 95 %-KI 0,18-0,95; p=0,037). Es gab keinen signifikanten Unterschied in der Mortalität.
Es wurde kein Beleg dafür gefunden, dass eine routinemäßige invasive Behandlung von NSTEACS bei älteren Patienten das Risiko eines zusammengesetzten Endpunkts aus Gesamtmortalität und Myokardinfarkt innerhalb von 1 Jahr im Vergleich zum konservativen Management verringert. Es gibt jedoch überzeugende Belege dafür, dass die invasive Behandlung das Risiko eines erneuten Myokardinfarkts oder einer dringlichen Revaskularisation signifikant senkt. Weitere Evidenz aus laufenden größeren klinischen Studien ist erforderlich.