4 Sept. 2024
Globale Erkenntnisse aus der INTERASPIRE-Studie: Kartierung der Lipoprotein(a)-Prävalenz bei koronarer Herzkrankheit in sechs WHO-Regionen
Kausik Ray on behalf of - https://bit.ly/4eyHEQz
Die internationale INTERASPIRE-Studie liefert wichtige Erkenntnisse für hausärztliches Fachpersonal hinsichtlich der Prävalenz und der Auswirkungen erhöhter Lipoprotein(a) [Lp(a)]-Werte bei Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzkrankheit (CHD) in verschiedenen Regionen
So sind die Ergebnisse der Studie für die hausärztliche Versorgung relevant
Hauptergebnisse
1. Prävalenz erhöhter Lp(a)-Werte bei CHD-Patientinnen und -Patienten
- Maßnahme für die hausärztliche Versorgung: Die Studie zeigte, dass nahezu 20 % der CHD-Patientinnen und -Patienten erhöhte Lp(a)-Werte (≥115 nmol/l) aufwiesen, mit erheblicher Variabilität zwischen Regionen und Ländern. Dies unterstreicht die Bedeutung der Messung von Lp(a)-Werten in der hausärztlichen Versorgung, insbesondere bei neu diagnostizierten CHD-Patientinnen und -Patienten oder solchen mit hohem Risiko.
- Implikation: Hausärztliches Fachpersonal sollte in Erwägung ziehen, das Lp(a)-Screening in die Routineversorgung von CHD-Patientinnen und -Patienten aufzunehmen, um das kardiovaskuläre Risiko besser einzuschätzen, insbesondere wenn andere Risikofaktoren kontrolliert sind, das kardiovaskuläre Risiko jedoch hoch bleibt.
2. Identifizierte Hochrisikogruppen
- Maßnahme für die hausärztliche Versorgung: Höhere Lp(a)-Werte wurden in bestimmten Untergruppen festgestellt, einschließlich Frauen, Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung, peripherer arterieller Verschlusskrankheit sowie solchen unter PCSK9-Hemmern.
- Implikation: Für Hochrisikopopulationen (z. B. Frauen und Personen mit chronischen Erkrankungen) sollte hausärztliches Fachpersonal besonders wachsam bei der Überwachung von Lp(a) sein und ein aggressives Risikofaktorenmanagement umsetzen.
3. Lücken im Lebensstil- und Risikofaktorenmanagement
- Maßnahme für die hausärztliche Versorgung: Die Studie deckte erhebliche Lücken im Lebensstil- und Risikofaktorenmanagement auf, wobei nur 1,8 % der Patientinnen und Patienten mit Lp(a) ≥115 nmol/l einen vollständig gesunden Lebensstil erreichten. Zu den wichtigsten Lücken gehörten: 39,5 % betrieben regelmäßig körperliche Aktivität, 32 % hatten einen BMI unter 25, nur 29,4 % hatten optimale LDL-C-Werte.
- Implikation: Die hausärztliche Versorgung muss Lebensstilinterventionen wie Raucherentwöhnung, Gewichtsmanagement und körperliche Aktivität als Teil der fortlaufenden Betreuung von CHD-Patientinnen und -Patienten betonen. Regelmäßige Beratung und Nachverfolgung, um sicherzustellen, dass Patientinnen und Patienten Lebensstil- und Gesundheitsziele erreichen, ist unerlässlich, um ihr kardiovaskuläres Risiko zu senken.
4. Management weiterer kardiovaskulärer Risikofaktoren
- Maßnahme für die hausärztliche Versorgung: Blutdruck-, HbA1c- und Nüchternglukosekontrolle erwiesen sich bei vielen Patientinnen und Patienten als suboptimal. Etwa 66,7 % der Patientinnen und Patienten hatten kontrollierten Blutdruck, und 53,4 % hatten eine angemessene Blutzuckereinstellung.
- Implikation: Für hausärztliches Fachpersonal ist die Kontrolle von Blutdruck und Blutzuckerwerten bei CHD-Patientinnen und -Patienten entscheidend, insbesondere bei jenen mit erhöhtem Lp(a). Ein besseres Management dieser Risikofaktoren kann helfen, das kardiovaskuläre Gesamtrisiko zu senken.
5. Globale Variabilität und Gerechtigkeit in der Sekundärprävention
- Maßnahme für die hausärztliche Versorgung: Die Studie wies auf globale Variabilität in der Versorgung von CHD-Patientinnen und -Patienten hin. Hausärztliches Fachpersonal sollte sich dieser regionalen Unterschiede bewusst sein und sich für einen gerechten Zugang zu Sekundärpräventionsstrategien einsetzen, einschließlich Lebensstilinterventionen, Medikamenten und Überwachung.
- Implikation: Fürsprache für Verbesserungen des Gesundheitssystems und Ressourcen für die CHD-Prävention auf hausärztlicher Ebene ist unerlässlich. Die Zusammenarbeit mit Fachärztinnen/Fachärzten und politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern kann helfen, Versorgungslücken zu schließen und die Ergebnisse für Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Lp(a) und CHD zu verbessern
Fazit
Die INTERASPIRE-Studie unterstreicht die Notwendigkeit für hausärztliches Fachpersonal, aktiv auf erhöhtes Lp(a) bei CHD-Patientinnen und -Patienten zu screenen und dieses zu behandeln, während gleichzeitig Lebensstil- und veränderbare Risikofaktoren angegangen werden. Das Schließen von Lücken bei Lebensstilinterventionen, die Sicherstellung angemessener Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle sowie das Eintreten für einen gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung sind entscheidende Schritte zur Verringerung der globalen Belastung durch koronare Herzkrankheit.
Offenlegungen
Diese Information basiert auf einer Präsentation, die auf dem ESC 2024 gehalten wurde. GPcardio übernimmt keine Verantwortung für mögliche Fehlinterpretationen der Daten