Die BedMed-Studie bestätigte definitiv, dass der Zeitpunkt der Einnahme antihypertensiver Medikamente (morgens versus abends) keinen Einfluss auf kardiovaskuläre Endpunkte oder Tod hat. Zusammen mit der TIME-Studie eliminiert dies die Chronotherapie als sinnvolle Überlegung im Management der Hypertonie.
Bestimmung der Auswirkung der abendlichen versus morgendlichen Einnahme antihypertensiver Medikamente auf schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse und Tod. DESIGN, SETTING UND TEILNEHMER: Multizentrische, offene, pragmatische randomisierte klinische Studie mit verblindeter Endpunktbewertung und Rekrutierung über 436 hausärztlich tätige Kliniker in 5 kanadischen Provinzen, die ihre in der Gemeinde lebenden erwachsenen Patienten mit Hypertonie einluden, die mindestens 1 einmal täglich einzunehmendes antihypertensives Medikament einnahmen. Die Teilnehmer wurden vom 31. März 2017 bis zum 26. Mai 2022 rekrutiert, mit abschließender Nachbeobachtung am 22. Dezember 2023.
Die Teilnehmer wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert entweder zur Einnahme aller einmal täglich einzunehmenden antihypertensiven Medikamente vor dem Schlafengehen (Interventionsgruppe; n = 1677) oder morgens (Kontrollgruppe; n = 1680) zugeteilt. HAUPTZIELGRÖSSEN: Der primäre Endpunkt war die Zeit bis zum ersten Auftreten von Tod jeglicher Ursache oder Hospitalisierung/Besuch der Notaufnahme (ED) wegen Schlaganfall, akutem Koronarsyndrom oder Herzinsuffizienz. Ungeplante Hospitalisierungen/ED-Besuche jeglicher Ursache sowie visuelle, kognitive und sturz- und/oder frakturbezogene Sicherheitsendpunkte wurden ebenfalls bewertet.
Insgesamt wurden 3357 Erwachsene (56,4 % weiblich; medianes Alter 67 Jahre; 53,7 % unter Monotherapie) randomisiert und über einen Median von 4,6 Jahren in jeder Behandlungsgruppe nachverfolgt. Das zusammengesetzte primäre Endpunktereignis trat mit einer Rate von 2,3 pro 100 Patientenjahre in der Abendgruppe und 2,4 pro 100 Patientenjahre in der Morgengruppe auf (adjustierte Hazard Ratio 0,96; 95 %-KI, 0,77-1,19; p=0,70). Einzelne Komponenten des primären Endpunkts, Hospitalisierungen/ED-Besuche jeglicher Ursache und Sicherheitsendpunkte unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen. Insbesondere gab es keinen Unterschied bei Stürzen oder Frakturen, neuen Glaukom-Diagnosen oder kognitivem Abbau nach 18 Monaten.
Bei Erwachsenen mit Hypertonie in der hausärztlichen Versorgung war die abendliche Einnahme antihypertensiver Medikamente sicher, senkte jedoch nicht das kardiovaskuläre Risiko. Der Einnahmezeitpunkt antihypertensiver Medikamente beeinflusste die Risiken und Nutzen der blutdrucksenkenden Medikation nicht und sollte stattdessen anhand der Patientenpräferenzen bestimmt werden.