Die PATHFINDER-Studie testete eine kombinierte Intervention aus stationärer Schulung, einem Entlassungsplan mit Überweisung zur kardialen Rehabilitation und hausärztlicher Unterstützung bei Herzinsuffizienz und bewertete Implementierungsstrategien zur Einhaltung von Leitlinien.
Mit HF hospitalisierte Patienten wurden im Verhältnis 1:1 einer Interventions- oder Kontrollgruppe randomisiert. Die Interventionsgruppe erhielt leitlinienbasierte stationäre Schulung, einen Plan nach Entlassung einschließlich Überweisung zur kardialen Rehabilitation (CR) und geplante hausärztliche Nachsorgetermine nach 1 und 4 Wochen sowie 3 Monaten, unterstützt durch einen von einem Kardiologen genehmigten Medikamenten-Titrationsplan. Die Kontrollgruppe erhielt die übliche Versorgung. Der primäre Endpunkt, gemessen nach 6 Monaten, war die Adhärenz zu fünf empfohlenen Behandlungen: i) ACEI/ARB/ARNI ≥50 % der Zieldosis, ii) Betablocker ≥50 % der Zieldosis, iii) MRA in jeder Dosis, iv) Antikoagulation bei Vorhofflimmern und v) CR-Überweisung. Die Adhärenz wurde mittels Chi-Quadrat-Tests und logistischer Regression verglichen.
Von 225 Teilnehmern (25 % weiblich) erreichte ein größerer Anteil in der Interventionsgruppe den primären Endpunkt (61,8 % vs. 28,7 %; p < 0,01). Die nicht adjustierte Odds Ratio zeigte, dass die Interventionsgruppe 6,27-mal wahrscheinlicher den Endpunkt erreichte als die Kontrollgruppe (95%-KI 3,35-11,76, p < 0,01). Dieser Unterschied wurde durch höhere Verschreibungsraten von ACEI/ARB/ARNI und Betablockern sowie höhere Überweisungsraten zur CR bedingt.
Krankenhausbasierte Unterstützung für das HF-Management in der Primärversorgung verbesserte die Adhärenz zu pharmakologischen und nichtpharmakologischen Komponenten der leitlinienempfohlenen Versorgung. Eine stärkere Umsetzung derartiger Übergangsversorgungsprozesse hat das Potenzial, die klinischen Ergebnisse für Patienten mit HF zu verbessern.