Diese Metaanalyse individueller Patientendaten zeigte, dass systemische Entzündungsmarker (IL-6 und hsCRP) rezidivierende vaskuläre Ereignisse nach einem AF-assoziierten Schlaganfall vorhersagen, unabhängig vom Vorliegen einer Vorhofflimmererkrankung. Die Ergebnisse unterstützen die Einbeziehung von Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern in zukünftige Studien zur antiinflammatorischen Therapie zur Sekundärprävention von Schlaganfällen.
Das residuale Rezidivrisiko nach einem Vorhofflimmern (VF)-assoziierten Schlaganfall ist trotz Antikoagulation hoch, was neue Therapien erforderlich macht. Die Bedeutung von Entzündungsprozessen beim Vorhofflimmern wird zunehmend anerkannt. Patienten mit VF-assoziiertem Schlaganfall wurden jedoch von aktuellen Studien zu entzündungshemmenden Therapien ausgeschlossen. Es ist unklar, ob die Assoziationen zwischen IL-6/hochsensitivem C-reaktivem Protein (hsCRP) und dem Schlaganfallrezidiv durch den VF-Status modifiziert werden. In dieser Studie zielten wir darauf ab, die Assoziation zwischen IL-6/hsCRP und Rezidiven in Abhängigkeit von der VF-Anamnese zu analysieren.
Wir nutzten individuelle Teilnehmerdaten aus Studien, die durch eine systematische Übersicht identifiziert wurden. Wir analysierten die Assoziationen zwischen IL-6/hsCRP und rezidivierenden Schlaganfällen/schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen (MACEs) (definiert als tödliche oder nichttödliche rezidivierende Schlaganfälle oder schwere koronare Ereignisse) unter Verwendung multivariabler Cox-Regressionsanalysen (logistische Regression für eine Studie), adjustiert für Alter, Geschlecht, Indexereignis, kardiovaskuläre Risikofaktoren und Medikamenteneinnahme, stratifiziert nach VF-Status.
Daten aus 11 prospektiven Studien mit 10.080 Patienten (2.134 mit VF, mittleres Alter 70 Jahre, 59,3 % männlich) wurden einbezogen. Während 21.080 Personenjahren der Nachbeobachtung erlitten 1.677 Patienten MACEs und 1.342 Patienten einen rezidivierenden Schlaganfall. Entzündungsmarker waren bei Patienten mit VF unabhängig von der Schlaganfallschwere und dem Messzeitpunkt höher, wobei erhöhte Spiegel weit über die akute Phase hinaus anhielten. hsCRP war bei Patienten mit VF (adjustiertes Risiko-Verhältnis [aRR] 1,14, 95 %-KI 1,04-1,25 pro loge-Einheit-Anstieg) und ohne VF (aRR 1,08, 1,03-1,13) mit rezidivierenden MACEs assoziiert (P_Interaction 0,30). Es gab ähnliche Assoziationen in der Quartilsanalyse bei Patienten mit VF (aRR 1,51, 1,04-2,18) und ohne VF (aRR 1,32, 1,10-1,59) (Q4 vs. Q1). Keine Assoziation zwischen hsCRP und rezidivierenden Schlaganfällen wurde in beiden Gruppen beobachtet. Für IL-6 gab es keine Hinweise auf eine Interaktion in Abhängigkeit vom VF-Status für MACEs (P_Interaction 0,57) oder rezidivierende Schlaganfälle (P_Interaction 0,82). Das aRR pro loge-Einheit für MACEs betrug 1,17 (1,07-1,27) bei Patienten ohne VF und 1,10 (0,91-1,34) bei Patienten mit VF. Das entsprechende aRR für rezidivierende Schlaganfälle lag bei 1,15 (1,05-1,25) bzw. 1,12 (0,91-1,37) bei Patienten ohne bzw. mit VF.
Diese Daten unterstreichen die Bedeutung entzündlicher Mechanismen bei vaskulären Rezidiven unabhängig vom VF-Status, liefern die Begründung für die Einbeziehung von Patienten mit VF in Studien zu entzündungshemmenden Therapien und unterstützen einen Selektionsansatz in zukünftigen Studien, der auf erhöhten Entzündungsmarkerwerten und nicht ausschließlich auf der Schlaganfallätiologie basiert.