Der kombinierte Wert von Lipoprotein(a) [Lp(a)] und hochsensitivem CRP (hsCRP) bei der Primärprävention bei Personen ohne standardisierbare modifizierbare Risikofaktoren (SMuRF-less: kein Rauchen, Adipositas, Hypertonie, Dyslipidämie oder Diabetes) war unklar. Bei 50.450 SMuRF-less-Teilnehmern der UK Biobank traten über 15 Jahre hinweg 1.104 (2,2 %) ASCVD-Ereignisse auf. Sowohl ein erhöhtes hsCRP (sHR 1,35) als auch ein erhöhtes Lp(a) (sHR 1,24) waren unabhängig mit ASCVD assoziiert; das Risiko war am höchsten bei gleichzeitiger Erhöhung beider Marker (sHR 1,64 bzw. 1,74 unter Verwendung der klinischen Grenzwerte Lp(a) ≥125 nmol/L und hsCRP ≥2,0 mg/L). Die kombinierte Beurteilung von Lp(a) und hsCRP liefert somit komplementäre Risikoinformationen, selbst bei scheinbar niedrig riskierten Personen.
Der prognostische Wert der gemeinsamen Beurteilung von Lipoprotein(a) [Lp(a)] und hochsensitivem C-reaktivem Protein (hsCRP) bei der Primärprävention bei Personen ohne standardisierbare modifizierbare Risikofaktoren (SMuRFs) ist weiterhin unklar.
Wir analysierten 50.450 Teilnehmer der UK Biobank, die bei Studienbeginn frei von kardiovaskulären Erkrankungen waren und als SMuRF-frei definiert wurden. Als SMuRF-frei galt das Fehlen von aktuellem Rauchen, Adipositas, Hypertonie, Dyslipidämie und Diabetes. Erhöhte Lp(a)- und hsCRP-Werte wurden unter Verwendung von kohortenspezifischen Schwellenwerten am 75. Perzentil sowie etablierter klinischer Grenzwerte definiert. Inzidente atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen (ASCVD), definiert als nicht-tödlicher Myokardinfarkt, nicht-tödlicher ischämischer Schlaganfall oder kardiovaskulärer Tod, wurden erfasst. Die Assoziationen wurden mittels Fine-Gray-Competing-Risk-Regressionsmodellen ausgewertet, um subdistriptionale Hazard-Ratios (sHR) mit 95%-Konfidenzintervallen (KI) zu schätzen, wobei konkurrierende nicht-kardiovaskuläre Todesfälle berücksichtigt wurden.
Während einer Nachbeobachtungszeit von 15 Jahren traten 1.104 (2,2 %) inzidente ASCVD-Ereignisse auf. Unter Verwendung der kohortenspezifischen Schwellenwerte war ein erhöhtes hsCRP mit einem höheren ASCVD-Risiko assoziiert (sHR 1,35, 95 %-KI 1,16–1,57), während ein erhöhtes Lp(a) eine eher moderate Assoziation zeigte (sHR 1,24, 95 %-KI 1,06–1,45). In gemeinsamen Analysen waren isolierte Erhöhungen von hsCRP oder Lp(a) jeweils mit einem erhöhten Risiko assoziiert, wobei das höchste Risiko bei Personen mit gleichzeitigen Erhöhungen beider Marker beobachtet wurde (sHR 1,64, 95 %-KI 1,28–2,09), ohne Hinweise auf eine Interaktion. Ähnliche Muster zeigten sich bei Verwendung klinischer Grenzwerte (Lp(a) ≥125 nmol/l; hsCRP ≥2,0 mg/l), wobei die gleichzeitige Erhöhung das größte Risiko bedingte (sHR 1,74, 95 %-KI 1,17–2,59).
Bei SMuRF-freien Personen sagen Lp(a) und hsCRP das ASCVD-Risiko unabhängig voneinander voraus. Diese Befunde deuten darauf hin, dass die kombinierte Beurteilung von Lp(a) und hsCRP ergänzende Informationen für die Risikobewertung bei SMuRF-freien Erwachsenen in der Primärprävention liefern kann.