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28 Juli 2026

Neue Nieren, alte Risiken

kardiovaskuläre Herausforderungen nach der Transplantation.

Amaryllis H Van Craenenbroeck, Shanmugakumar Chinnappa, Evangelia Dounousi et al. - Nephrology, dialysis, transplantation : official publication of the European Dialysis and Transplant Association - European Renal Association

Die Nierentransplantation verbessert die Überlebensrate erheblich, doch kardiovaskuläre Erkrankungen bleiben die Hauptursache für Morbidität und Mortalität bei Transplantatempfängern. Diese Übersicht zeigt auf, wie traditionelle Risikofaktoren, immunsuppressive Therapien und posttransplantäre metabolische Komplikationen eine hohe kardiovaskuläre Belastung aufrechterhalten, während die Evidenz für gezielte Interventionen weitgehend aus Populationen ohne Transplantation extrapoliert wurde. Für die klinische Praxis unterstreicht dies die Notwendigkeit einer rigorosen Risikostatifizierung und einer vorsichtigen Einführung neu auftauchender kardiorenaler Therapien wie SGLT2-Hemmer und GLP-1-Rezeptoragonisten, sowie den dringenden Bedarf an transplantspezifischen randomisierten Studien.

Zusammenfassung

Die Nierentransplantation verbessert die Überlebensrate und die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit Nierenversagen erheblich, doch kardiovaskuläre (kardiovaskulär) Erkrankungen bleiben die führende Ursache für Morbidität und Mortalität bei Nierentransplantatempfängern (KTRs). Dieser Übersichtsartikel beschreibt das komplexe Zusammenspiel traditioneller, transplantatspezifischer sowie Empfänger- und Spender-bezogener Risikofaktoren, die die hohe kardiovaskuläre Belastung nach der Transplantation aufrechterhalten. Während die Wiederherstellung der Nierenfunktion urämische Toxine reduziert und die kardio-metabolischen Parameter verbessert, entstehen neue Herausforderungen durch immunsuppressive Therapien, persistierende Hypertonie, posttransplantären Diabetes mellitus und chronische Entzündungen. Zu den häufigen kardiovaskulären Komplikationen gehören koronare Herzkrankheiten, Herzinsuffizienz, Klappenerkrankungen, periphere arterielle Verschlusskrankheiten und therapieresistente Hypertonie. Risikostatifizierungstools und Leitlinien berücksichtigen oft nicht die transplantatspezifischen Variablen, was zu einem suboptimalen Management führt. Obwohl einige pharmakologische Strategien und sorgfältige antihypertensive Behandlungsregime vielversprechend sind, stammt die meiste Evidenz aus nicht-transplantierten Populationen, da gezielte randomisierte kontrollierte Studien fehlen. Neue Therapien wie SGLT2-Hemmer, GLP-1-Rezeptor-Agonisten und nicht-steroidale Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten bergen Potenzial, erfordern jedoch weitere Validierungen in dieser Patientengruppe. Darüber hinaus bestehen geschlechtsspezifische Ungleichheiten beim Zugang zur Transplantation und bei den Ergebnissen nach der Transplantation; Männer weisen im Allgemeinen ein höheres kardiovaskuläres Risiko auf, während Frauen möglicherweise mit einer höheren relativen Mortalität konfrontiert sind. Der Übersichtsartikel unterstreicht die dringende Notwendigkeit transplantatspezifischer kardiovaskulärer Forschung, personalisierter therapeutischer Strategien einschließlich Precision Medicine sowie einer größeren Einbeziehung von Frauen in die Forschung. Die Optimierung der kardiovaskulären Ergebnisse bei KTRs wird multidisziplinäre Zusammenarbeit, die Generierung rigoroser Evidenz und einen integrierten Ansatz für Risikovorhersage, Prävention und Behandlung erfordern.