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28 Mai 2014

Praktischer Leitfaden für Hausärztinnen und Hausärzte zur Anwendung von Statinen bei Menschen mit Diabetesrisiko

Eine Gruppe von Ärztinnen und Ärzten hat die Evidenz überprüft und Empfehlungen dazu entwickelt, wie mit der diabetogenen Wirkung von Statinen bei Patientinnen und Patienten mit Risiko für Typ-2-Diabetes umgegangen werden sollte.

The use of statins in people at risk of developing diabetes mellitus: Evidence and guidance for clinical practice

Sattar NA, Ginsberg H, Ray K, et al.

Atherosclerosis Supplements, Volume 15, Issue 1, June 2014, Pages 1-15

Der Nutzen von Statinen ist bei einer Vielzahl von Patientenpopulationen belegt. Obwohl sie im Allgemeinen sicher sind, wurde die Anwendung von Statinen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes (T2DM) in Verbindung gebracht. Aus diesem Grund verlangt die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) inzwischen, dass Statine auf ihrem Beipackzettel einen Warnhinweis auf die Möglichkeit erhöhter Blutzucker- und HbA1c-Werte enthalten. Aus demselben Grund veröffentlichte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) einen Hinweis auf ein geringfügig erhöhtes T2DM-Risiko bei der Anwendung von Statinen.

Eine Gruppe von Ärztinnen und Ärzten überprüfte nicht nur die Evidenz, die zu diesen Aussagen führte, sowie das, was verschiedene Leitlinien bei Dyslipidämie oder T2DM empfehlen. Vor allem aber geben sie Hausärztinnen und Hausärzten praktische Anleitung zur Anwendung von Statinen bei Menschen mit T2DM oder mit Risiko für T2DM. Es werden Vorschläge gemacht, welche Schritte zur Beurteilung des kardiovaskulären Risikos und des T2DM-Risikos unternommen werden sollten und, basierend auf den Ergebnissen, welche Untersuchungen durchzuführen sind. Die Empfehlungen werden anhand klinischer Fälle veranschaulicht.

Evidenz aus klinischen Studien zur diabetogenen Wirkung von Statinen wird ebenso diskutiert wie die mechanistische Begründung für diese Effekte. Zudem werden die verfügbaren Daten dazu dargestellt, ob alle Statine diabetogene Effekte ausüben, was zu dem Schluss führt, dass weitere Forschung nötig ist, um zu verstehen, welche Behandlung für Menschen mit oder mit hohem Risiko für statinvermittelten T2DM am besten geeignet ist. Zudem bleibt zu klären, ob die diabetogenen Effekte von Statinen bei allen Patientengruppen ähnlich ausfallen.

Auch wenn das Risiko für die Entwicklung eines T2DM besteht, kommen die Autorinnen und Autoren zu dem Schluss, dass der Nutzen von Statinen zur Reduktion des kardiovaskulären Risikos das Risiko für die Entwicklung eines T2DM bei Weitem überwiegt, insbesondere wenn das kardiovaskuläre Risiko hoch ist. Es wird empfohlen, das T2DM-Risiko bei allen Patientinnen und Patienten vor Beginn einer Statintherapie zu beurteilen. Patientinnen und Patienten sollten über die Risiken aufgeklärt und ermutigt werden, ihr Risiko durch Lebensstiländerungen zu senken. Dies soll das Risiko des Übergangs von Prädiabetes zu T2DM begrenzen.

Patientinnen und Patienten mit hohem Risiko für die Entwicklung eines T2DM sollten regelmäßig überwacht werden, um mögliche Veränderungen des Blutzuckers oder des HbA1c-Werts zu erkennen. Entwickelt eine Patientin/ein Patient während der Statintherapie einen T2DM, empfehlen die Autorinnen und Autoren die Fortsetzung der Statintherapie sowie das Management des T2DM gemäß den relevanten nationalen Leitlinien.

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