Hausärztinnen und Hausärzte aus verschiedenen europäischen Ländern erörterten in einem Expertentreffen aktuelle Entwicklungen im Bereich SPAF sowie deren konkrete Implikationen für die hausärztliche Versorgung. Aus diesem Treffen ging eine praktische Anleitung für europäische Hausärztinnen und Hausärzte hervor.
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Zusammenfassung
Hintergrund Vorhofflimmern betrifft 1–2 % der Allgemeinbevölkerung und 10 % der über 75-Jährigen und ist für etwa ein Viertel aller Schlaganfälle verantwortlich. Diese Schlaganfälle sind durch den Einsatz einer Antikoagulationstherapie größtenteils vermeidbar, dennoch werden viele infrage kommende Patientinnen und Patienten nicht angemessen behandelt. Jüngste klinische Studien haben die Evidenzbasis zur Schlaganfallprävention erweitert, und internationale klinische Leitlinien wurden aktualisiert.
Design Konsensbasierte praktische Empfehlungen von Hausärztinnen und Hausärzten mit Interesse an Gefäßerkrankungen sowie von Gefäßspezialistinnen und -spezialisten.
Methoden Ein fokussiertes ganztägiges Treffen mit Präsentation zusammenfassender Evidenz zu jedem Abschnitt dieser Anleitung sowie einer Überprüfung europäischer Leitlinien zur Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern führte zu einem Entwurfsdokument, das anschließend drei Überarbeitungs- und Diskussionsrunden durchlief, bevor alle Gremiumsmitglieder den Konsenserklärungen zustimmten.
Ergebnisse Es wurden sechs Bereiche identifiziert, darunter die Erkennung von Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern, die Bestimmung ihres Schlaganfallrisikos und ob eine Modifikation dieses Risikos empfohlen werden sollte, sowie die verfügbaren Behandlungsoptionen, mit praktischen Empfehlungen zur Maximierung des Nutzens und Minimierung des Risikos bei empfohlener Antikoagulation sowie den Gründen, warum eine Thrombozytenaggregationshemmung nicht mehr empfohlen wird. Für jeden Bereich wird die zusammenfassende Evidenz dargestellt und einfache zusammenfassende Empfehlungen werden hervorgehoben, mit einer Auflistung der verbleibenden Unsicherheitsbereiche.
Schlussfolgerungen Der mit Vorhofflimmern verbundene Schlaganfall stellt für die meisten Gesundheitssysteme eine sehr bedeutende Priorität der öffentlichen Gesundheit dar. Diese praktische Anleitung kann hausärztlichen Fachkräften in der Gemeinde dabei helfen, die umfangreiche Evidenzbasis für diese Hauptursache vermeidbarer Schlaganfälle zu übersetzen und auf lokaler Ebene umzusetzen. Die Anleitung ist bei der Frage, wer behandelt werden sollte, geringfügig konservativer.
Webcast • Amsterdam
Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern Vier europäische Expertinnen und Experten der hausärztlichen Versorgung, Prof. Richard Hobbs, Prof. David Fitzmaurice, Clare Taylor MD und Frans Rutten MD, fassen eine faszinierende Diskussion beim Expertentreffen zur Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern zusammen.
Siehe auch die Risikobewertungswerkzeuge, die im SPAF-Konsensdokument erwähnt werden: CHADS2- und CHA2DS2-VASc-Risikobewertungswerkzeuge
HAS-BLED-Blutungsrisikoscore
Auch der EHRA Practical Guide on the use of new oral anticoagulants in patients with non-valvular atrial fibrillation könnte hilfreich sein. Folgen Sie diesem Link, um den Leitfaden herunterzuladen.
Eine gekürzte Version der EPCCS-Anleitung wurde auf ejpc.sagepub.com veröffentlicht (DOI: 10.1177/2047487315571890). Online vorab veröffentlicht am 20. Februar 2015 Die endgültige, definitive Fassung dieses Artikels wurde im European Journal of Preventive Cardiology, Band 23 (5): 460–473, März 2016 von SAGE Publications Ltd veröffentlicht, alle Rechte vorbehalten. © The European Society of Cardiology.