Die CLEAR-Harmony-Studie zeigte, dass Bempedosäure zusätzlich zu maximal tolerierter Statintherapie eine zusätzliche LDL-Cholesterin-Senkung mit einem akzeptablen Sicherheitsprofil bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko bewirkte. Die Studie etablierte die Verträglichkeit von Bempedosäure in einer großen Langzeitstudie.
Bewertung der Wirksamkeit von Bempedosäure versus Placebo bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko unter maximal tolerierter lipidsenkender Therapie. DESIGN, SETTING UND TEILNEHMER: Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Phase-3-Studie, durchgeführt an 91 klinischen Zentren in Nordamerika und Europa von November 2016 bis September 2018, mit einem letzten Nachbeobachtungsdatum vom 22. September 2018. Insgesamt erfüllten 779 Patienten mit atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung, heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie oder beidem die Randomisierungskriterien, die einen LDL-C-Spiegel von 70 mg/dL (1,8 mmol/L) oder höher unter maximal tolerierter lipidsenkender Therapie einschlossen.
Die Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert einer Behandlung mit Bempedosäure (180 mg) (n = 522) oder Placebo (n = 257) einmal täglich über 52 Wochen zugeteilt. HAUPTZIELGRÖSSEN UND MESSUNGEN: Der primäre Endpunkt war die prozentuale Veränderung des LDL-C-Spiegels gegenüber dem Ausgangswert in Woche 12. Sekundäre Messungen umfassten Veränderungen der Spiegel von Lipiden, Lipoproteinen und Biomarkern.
Von 779 randomisierten Patienten (mittleres Alter 64,3 Jahre; 283 Frauen [36,3 %]) schlossen 740 (95,0 %) die Studie ab. Zu Studienbeginn betrug der mittlere LDL-C-Spiegel 120,4 (SD 37,9) mg/dL. Bempedosäure senkte die LDL-C-Spiegel in Woche 12 signifikant stärker als Placebo (-15,1 % vs. 2,4 %; Differenz -17,4 % [95 %-KI -21,0 % bis -13,9 %]; P < .001). Signifikante Reduktionen mit Bempedosäure versus Placebo wurden in Woche 12 beobachtet für Nicht-HDL-Cholesterin (-10,8 % vs. 2,3 %; Differenz -13,0 % [95 %-KI -16,3 % bis -9,8 %]; P < .001), Gesamtcholesterin (-9,9 % vs. 1,3 %; Differenz -11,2 % [95 %-KI -13,6 % bis -8,8 %]; P < .001), Apolipoprotein B (-9,3 % vs. 3,7 %; Differenz -13,0 % [95 %-KI -16,1 % bis -9,9 %]; P < .001) und hochsensitives C-reaktives Protein (Median -18,7 % vs. -9,4 %; Differenz -8,7 % [asymptotische Konfidenzgrenzen -17,2 % bis -0,4 %]; P = .04). Häufige unerwünschte Ereignisse waren Nasopharyngitis (5,2 % vs. 5,1 % unter Bempedosäure bzw. Placebo), Harnwegsinfektion (5,0 % vs. 1,9 %) und Hyperurikämie (4,2 % vs. 1,9 %).
Bei Patienten mit hohem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen unter maximal tolerierten Statinen führte die Zugabe von Bempedosäure im Vergleich zu Placebo zu einer signifikanten Senkung des LDL-C-Spiegels über 12 Wochen. Weitere Forschung ist erforderlich, um die Dauerhaftigkeit und klinische Wirkung sowie die Langzeitsicherheit zu bewerten.