Die DOREMI-Studie fand keinen signifikanten Unterschied zwischen Milrinon und Dobutamin beim primären Endpunkt bei Patienten mit kardiogenem Schock. Als erster großer direkter Vergleich von Inotropika im Schock stellte sie fest, dass keine der beiden Substanzen eindeutig überlegen ist.
Der kardiogene Schock ist mit erheblicher Morbidität und Mortalität assoziiert. Obwohl die inotrope Unterstützung ein Eckpfeiler der medikamentösen Therapie des kardiogenen Schocks ist, existiert nur wenig Evidenz zur Steuerung der Auswahl inotroper Substanzen in der klinischen Praxis.
Wir teilten Patienten mit kardiogenem Schock randomisiert und doppelblind Milrinon oder Dobutamin zu. Der primäre Endpunkt war ein Composite aus innerklinischem Tod jeglicher Ursache, reanimiertem Herzstillstand, Erhalt einer Herztransplantation oder mechanischer Kreislaufunterstützung, nicht-tödlichem Myokardinfarkt, transitorischer ischämischer Attacke oder von einem Neurologen diagnostiziertem Schlaganfall, oder Beginn einer Nierenersatztherapie. Sekundäre Endpunkte umfassten die Einzelkomponenten des primären zusammengesetzten Endpunkts.
Insgesamt wurden 192 Teilnehmer eingeschlossen (96 pro Gruppe). Die Behandlungsgruppen unterschieden sich hinsichtlich des primären Endpunkts nicht signifikant; ein primäres Endpunktereignis trat bei 47 Teilnehmern (49 %) der Milrinon-Gruppe und bei 52 Teilnehmern (54 %) der Dobutamin-Gruppe auf (relatives Risiko 0,90; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,69 bis 1,19; p = 0,47). Es gab auch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich sekundärer Endpunkte, einschließlich innerklinischem Tod (37 % bzw. 43 % der Teilnehmer; relatives Risiko 0,85; 95 %-KI 0,60 bis 1,21), reanimiertem Herzstillstand (7 % bzw. 9 %; Hazard Ratio 0,78; 95 %-KI 0,29 bis 2,07), Erhalt mechanischer Kreislaufunterstützung (12 % bzw. 15 %; Hazard Ratio 0,78; 95 %-KI 0,36 bis 1,71), oder Beginn einer Nierenersatztherapie (22 % bzw. 17 %; Hazard Ratio 1,39; 95 %-KI 0,73 bis 2,67).
Bei Patienten mit kardiogenem Schock wurde kein signifikanter Unterschied zwischen Milrinon und Dobutamin hinsichtlich des primären zusammengesetzten Endpunkts oder wichtiger sekundärer Endpunkte festgestellt. (Gefördert vom Innovation Fund des Alternative Funding Plan for the Academic Health Sciences Centres of Ontario; ClinicalTrials.gov-Nummer NCT03207165.).