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21 Mai 2022

Bariatrische Chirurgie und kardiovaskuläre Erkrankungen

eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse.

Sophie L van Veldhuisen, Thomas M Gorter, Gijs van Woerden et al. - European heart journal

Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zeigte, dass bariatrische Chirurgie mit signifikanten Reduktionen kardiovaskulärer Ereignisse und kardiovaskulärer Mortalität im Vergleich zur nichtchirurgischen Behandlung von Adipositas assoziiert ist. Der quantifizierte kardiovaskuläre Nutzen unterstützt die Erwägung der bariatrischen Chirurgie als kardiovaskuläre Präventionsstrategie.

Ziele

Adipositas ist ein globales Gesundheitsproblem, das mit erheblicher Morbidität und Mortalität assoziiert ist, häufig aufgrund kardiovaskulärer (CV) Erkrankungen. Obwohl bariatrische Chirurgie zunehmend bei Patienten mit Adipositas durchgeführt wird und CV-Risikofaktoren reduziert, ist ihre Wirkung auf CV-Erkrankungen nicht etabliert. Wir führten eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse durch, um die Wirkung der bariatrischen Chirurgie auf CV-Endpunkte gemäß der Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses-Leitlinie zu bewerten.

Methoden

PubMed und Embase wurden nach Literatur bis August 2021 durchsucht, die Patienten mit bariatrischer Chirurgie mit nicht-chirurgischen Kontrollen verglich. Interessierende Endpunkte waren Gesamtmortalität und CV-Mortalität, Vorhofflimmern (VHF), Herzinsuffizienz (HI), Myokardinfarkt, und Schlaganfall. Wir schlossen 39 Studien ein, allesamt prospektive oder retrospektive Kohortenstudien, randomisierte Endpunktstudien waren jedoch nicht verfügbar. Bariatrische Chirurgie war mit einer günstigen Wirkung auf die Gesamtmortalität assoziiert [gepoolte Hazard Ratio (HR) von 0,55; 95 %-Konfidenzintervall (KI) 0,49-0,62, p < 0,001 vs. Kontrollen], sowie auf die CV-Mortalität (HR 0,59, 95 %-KI 0,47-0,73, p < 0,001). Darüber hinaus war bariatrische Chirurgie auch mit einer reduzierten Inzidenz von HI assoziiert (HR 0,50, 95 %-KI 0,38-0,66, p < 0,001), Myokardinfarkt (HR 0,58, 95 %-KI 0,43-0,76, p < 0,001), und Schlaganfall (HR 0,64, 95 %-KI 0,53-0,77, p < 0,001), während ihre Assoziation mit VHF statistisch nicht signifikant war (HR 0,82, 95 %-KI 0,64-1,06, p = 0,12).

Schlussfolgerungen

Die vorliegende systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse legt nahe, dass bariatrische Chirurgie mit reduzierter Gesamtmortalität und CV-Mortalität sowie einer verringerten Inzidenz mehrerer CV-Erkrankungen bei Patienten mit Adipositas assoziiert ist. Bariatrische Chirurgie sollte daher bei diesen Patienten in Betracht gezogen werden.