Dieses Positionspapier der EHRA aus dem Jahr 2025 befasste sich mit dem aktuellen Management von Vorhofflimmern bei Patienten mit Krebs und lieferte praktische Orientierung für die komplexen Entscheidungen zu Antikoagulation, Frequenz-/Rhythmuskontrolle und Arzneimittelinteraktionen bei dieser Population mit zwei gleichzeitigen Erkrankungen.
Diese Studie zielte darauf ab, die aktuellen klinischen Praktiken bei der Diagnose und dem Management von Vorhofflimmern (AF) bei Patienten mit aktiver Krebserkrankung oder einer Krebstherapie in der Vorgeschichte zu bewerten.
Eine aus 25 Items bestehende, an Ärzte gerichtete Umfrage wurde von der European Heart Rhythm Association in Zusammenarbeit mit dem European Society of Cardiology Council of Cardio-Oncology und der International Cardio-Oncology Society entwickelt. Die Umfrage wurde elektronisch verbreitet. Insgesamt füllten 380 Teilnehmer aus 74 Ländern den Fragebogen aus, wobei die Befragten überwiegend als Elektrophysiologen (30 %), allgemeine Kardiologen (25 %) und Kardioonkologen (22 %) tätig waren. Fast zwei Drittel gaben an, dass eine aktive Krebserkrankung klinische Entscheidungen zur Diagnose und zum Management von Vorhofflimmern „definitiv“ oder „höchstwahrscheinlich“ beeinflusste. Wurde Vorhofflimmern diagnostiziert, war die Rhythmuskontrolle die bevorzugte Managementstrategie bei symptomatischen Patienten, während bei asymptomatischen Personen die Frequenzkontrolle bevorzugt wurde. Etwas mehr als 40 % gaben an, dass eine Krebstherapie in der Vorgeschichte klinische Entscheidungen zu Vorhofflimmern „definitiv“ oder „höchstwahrscheinlich“ beeinflusste. Die Rhythmuskontrolle war die häufigste Strategie (40 %). In beiden Populationen waren opportunistisches Screening auf Vorhofflimmern und direkte orale Antikoagulanzien (DOACs) die bevorzugten Strategien. Ein hohes Maß an Unsicherheit wurde hinsichtlich der Rolle invasiver Behandlungsoptionen festgestellt.
Die Umfrage ergab, dass die aktuelle Behandlung von Vorhofflimmern bei Patienten mit aktiver Krebserkrankung oder einer Krebstherapie in der Vorgeschichte trotz fehlender robuster, spezifischer Evidenz für diese Patientenkohorte im Allgemeinen den für die breitere Vorhofflimmern-Population entwickelten Leitlinien folgt. Diese Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an gezielteren Daten, um die klinische Entscheidungsfindung bei kardioonkologischen Patienten mit Vorhofflimmern zu unterstützen.