Die randomisierte APERITIF-Studie untersuchte, ob die Ergänzung der dualen Thrombozytenaggregationshemmung um niedrig dosiertes Rivaroxaban die Bildung eines linksventrikulären Thrombus nach anteriorem akutem Myokardinfarkt verhindert.
Bestimmung, ob die Ergänzung der DAPT um niedrig dosiertes Rivaroxaban die Inzidenz eines LV-Thrombus nach 1 Monat bei Patienten mit anteriorem ST-Hebungsinfarkt (STEMI) reduziert. DESIGN, SETTING UND TEILNEHMER: Diese multizentrische, offene, randomisierte klinische Studie mit verblindeter Endpunktbewertung wurde in 29 Zentren in Frankreich durchgeführt. Die Studie war in das laufende FRENCHIE-Register (French Cohort of Myocardial Infarction Evaluation) eingebettet. Zwischen Oktober 2021 und Januar 2023 wurden Patienten mit anteriorem STEMI eingeschlossen. Das letzte Datum der Nachbeobachtung der Teilnehmer war im März 2023. Die Datenanalyse wurde von September 2024 bis Juli 2025 durchgeführt.
Die Patienten wurden randomisiert, um entweder DAPT plus Rivaroxaban 2,5 mg zweimal täglich über 4 Wochen (n = 283) oder DAPT allein (Aspirin ≤100 mg pro Tag sowie entweder Clopidogrel 75 mg pro Tag oder Ticagrelor 90 mg zweimal täglich [n = 277]) zu erhalten, so bald wie möglich nach Abschluss der initialen perkutanen Koronarintervention oder Angiographie. HAUPTZIELGRÖSSEN UND MESSMETHODEN: Der primäre Endpunkt war das Vorhandensein eines LV-Thrombus in der kontrastmittelverstärkten kardialen Magnetresonanztomographie nach 1 Monat.
Bei 560 eingeschlossenen Patienten mit anteriorem STEMI (mittleres [SD] Alter 61,1 [11,6] Jahre; 121 weibliche Patientinnen [21,6 %]) wurde ein LV-Thrombus bei 38 Patienten (13,7 %) unter Rivaroxaban und bei 47 Patienten (16,6 %) unter DAPT allein festgestellt (Differenz -2,9 %; 95%-KI -8,9 % bis 3,2 %; P = 0,34). Zwischen den beiden Gruppen wurde kein Unterschied hinsichtlich des größten Durchmessers des LV-Thrombus oder der Inzidenz schwerwiegender unerwünschter kardiovaskulärer Ereignisse beobachtet. Die Inzidenz schwerer Blutungsereignisse (Bleeding Academic Research Consortium [BARC] ≥Typ 2) war ebenfalls vergleichbar (4 [1,5 %] unter DAPT plus Rivaroxaban vs. 2 [0,7 %] unter DAPT allein; Differenz 0,7 %; 95%-KI -1,3 % bis 3,1 %), während geringfügige Blutungsereignisse (BARC Typ 1) in der DAPT-plus-Rivaroxaban-Gruppe häufiger auftraten (45 [16,4 %] vs. 20 [7,2 %]; Differenz 9,3 %; 95%-KI 3,6 %-14,8 %).
In dieser multizentrischen randomisierten klinischen Studie bei Patienten mit anteriorem STEMI zeigte die Ergänzung der DAPT um niedrig dosiertes Rivaroxaban keine statistisch signifikante Reduktion der LV-Thrombusbildung nach 1 Monat, führte jedoch zu vermehrten geringfügigen Blutungen. Angesichts der begrenzten statistischen Aussagekraft der Studie sollten diese Befunde mit Vorsicht interpretiert werden, da ein moderater Effekt nicht ausgeschlossen werden kann.