Diese Studie dokumentierte die nachteiligen Folgen einer Unterdosierung von Edoxaban bei der Off-Label-Anwendung bei Patienten mit Vorhofflimmern und zeigte ein erhöhtes thrombotisches Risiko ohne signifikante Reduktion der Blutungsgefahr, was die Einhaltung der zugelassenen Dosierungskriterien unterstreicht.
Die Auswirkungen einer off-label durchgeführten Unterdosierung direkter oraler Antikoagulantien (DOAK) auf klinische Endpunkte bei Patienten mit Vorhofflimmern (AF) und stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK) sind weiterhin unklar.
Die EPIC-CAD-Studie (Edoxaban vs. Edoxaban mit antiplatelet agent In patients with atrial fibrillation and Chronic stable Coronary Artery Disease) randomisierte Patienten mit AF und stabiler KHK entweder zur Behandlung mit einer Edoxaban-Monotherapie oder einer dualen antithrombotischen Therapie (Edoxaban plus ein einzelnes antiaggregatorisches Medikament). Eine off-label durchgeführte Unterdosierung wurde als Einnahme von Edoxaban in niedriger Dosierung (30 mg einmal täglich) ohne Vorliegen der Standardkriterien für eine Dosisreduktion definiert. Das primäre Endpunkt-Kompositum bestand aus dem Auftreten von Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall, systemischer Embolie, ungeplanter Revaskularisation sowie majorer oder klinisch relevanter nicht-majorer Blutungen nach 12 Monaten.
Von den 1040 randomisierten Patienten wurden 694 Patienten (66,7 %) ohne Dosisreduktionskriterien eingeschlossen; davon erhielten 121 Patienten (17,4 %) eine Unterdosierung von Edoxaban. Nach 12 Monaten war die Inzidenz des primären Endpunkts in den Gruppen mit Standarddosis und Unterdosis von Edoxaban ähnlich (10,5 % vs. 9,2 %, adjustiertes HR 0,77, 95 %-KI 0,39 bis 1,54). Es gab keinen signifikanten Unterschied bei majoren ischämischen Ereignissen (1,4 % vs. 1,7 %, HR 1,14, 95 %-KI 0,22 bis 5,91) sowie bei majoren oder klinisch relevanten nicht-majoren Blutungen (9,0 % vs. 8,4 %, HR 0,87, 95 %-KI 0,42 bis 1,78). Unabhängig von der Unterdosierung von Edoxaban war die Edoxaban-Monotherapie im Vergleich zur dualen antithrombotischen Therapie mit einem geringeren Risiko für primäre net-kinische Endpunkte und Blutungen assoziiert.
Bei Patienten mit AF und stabiler KHK bestand kein signifikanter Unterschied in der Rate des primären Endpunkts zwischen off-label durchgeführter Unterdosierung und Standarddosis von Edoxaban. Der Vorteil der Edoxaban-Monotherapie gegenüber der dualen antithrombotischen Therapie zeigte sich unabhängig von einer Unterdosierung von Edoxaban konsistent. Da die Analysen jedoch unterpowert waren und die Konfidenzintervalle breit waren, können die Ergebnisse nicht als klinisch leitend betrachtet werden. STUDIENREGISTRIERUNGSNUMMER: URL: https://www. CLINICALTRIALS: gov; eindeutige Kennungen: NCT03718559.