Eine registriebasierte emulierte Zielstudie mit 1.006 Patienten mit Vorhofflimmern und ischämischem Schlaganfall während der DOAC-Therapie: 463 setzten das gleiche DOAC fort und 543 wechselten. Nach IPTW-Anpassung betrug der 90-Tage-Nutzen für die klinischen Endpunkte 4,9 % bei Wechsel versus 5,1 % bei Fortsetzung, ein Unterschied von −0,3 Prozentpunkten (90-%-KI −2,7 bis 2,1) — innerhalb der vorab festgelegten Nicht-Unterlegenheitsgrenze. Rezidivierende ischämische Ereignisse, intrazerebrale Hämatome, alle Todesursachen und vaskuläre Todesfälle unterschieden sich nicht. Nach einem Durchbruchsschlaganfall unter DOAC ist ein Wechsel nicht besser als die Fortsetzung — die initiale DOAC-Wahl ist wichtiger.
Zu bewerten, ob die Fortsetzung der Behandlung mit demselben DOAC der Umstellung der oralen Antikoagulationstherapie hinsichtlich der klinischen Ergebnisse nach 90 Tagen nichtunterlegen war. DESIGN, EINSATZBEREICH UND TEILNEHMER: Diese multizentrische, registriebasierte Kohortenstudie mit einem emulierten Zielversuchsdesign umfasste aufeinanderfolgende erwachsene Patienten mit Vorhofflimmern (AF), die während einer ununterbrochenen DOAC-Therapie einen Durchbruch-Schlaganfall erlitten und danach die Antikoagulationstherapie wieder aufnahmen. Die Patienten wurden zwischen Februar 2020 und Februar 2025 in 35 Schlaganfallzentren in 9 Ländern in Europa und Nordafrika rekrutiert, mit einem standardisierten 90-Tage-Nachbeobachtungszeitraum. Der Datensatz wurde am 1. September 2025 gesperrt. Ein Nichtunterlegenheitsvergleich der Umstellungs- versus Fortsetzungsstrategien wurde durchgeführt. Die Baseline-Konfundierung wurde durch inverse Wahrscheinlichkeitsgewichtung der Behandlung (IPTW) berücksichtigt. Die primäre Nichtunterlegenheitsgrenze war eine absolute Risikodifferenz von 3,0 Prozentpunkten beim nettoklinischen Nutzen nach 90 Tagen. EXPOSURE: Die Interventionsgruppe wechselte die Behandlung auf ein anderes DOAC oder einen Vitamin-K-Antagonisten; die Vergleichsgruppe setzte die Therapie mit dem vor dem Schlaganfall verwendeten DOAC fort. HAUPTERGEBNISSE UND -MAẞNAHMEN: Das primäre Ergebnis war der nettoklinische Nutzen nach 90 Tagen, definiert als rezidivierender ischämischer Schlaganfall und mittelschwere bis schwere Blutungen. Sekundäre Ergebnisse umfassten rezidivierende ischämische Ereignisse, symptomatische intrazerebrale Blutungen, mittelschwere bis schwere extrakranielle Blutungen, alle Todesursachen umfassende Mortalität und vaskuläre Mortalität.
Von den 1006 in die Analyse einbezogenen Patienten (Medianalter 80,4 Jahre [IQR, 73,4–85,4]; 503 weiblich [50,0 %] und 503 [50,0 %] männlich) setzten 463 (46,0 %) die gleiche DOAC-Therapie fort und 543 (54,0 %) wechselten die Therapie. Nach Anpassung durch IPTW betrug der nettoklinische Nutzen nach 90 Tagen bei Umstellung 4,9 % und bei Fortsetzung 5,1 %, was einer Risikodifferenz von -0,3 Prozentpunkten (90 %-KI, -2,7 bis 2,1 Prozentpunkte) entsprach und das vorab festgelegte Kriterium für Nichtunterlegenheit erfüllte. Bei rezidivierenden ischämischen Ereignissen und Blutungsergebnissen lagen die absoluten Differenzen innerhalb der vordefinierten Nichtunterlegenheitsgrenzen. Für die alle Todesursachen umfassende Mortalität oder die vaskuläre Mortalität konnte die Nichtunterlegenheit nicht nachgewiesen werden.
Bei Patienten mit einem Durchbruch-Schlaganfall während der DOAC-Therapie war die Umstellung der Antikoagulationsbehandlung im Vergleich zur Fortsetzung nicht mit einem klinisch relevanten kurzfristigen Nutzen verbunden. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Wechsel keinen zusätzlichen Nutzen im Vergleich zur Fortsetzung der Behandlung mit demselben DOAC bietet. Randomisierte klinische Studien sind erforderlich, um Strategien zur Verbesserung der Sekundärprävention nach einem Durchbruch-Schlaganfall zu identifizieren.