Analyse von Medicare-Daten aus Get with the Guidelines-Heart Failure: 8.847 Patientinnen und Patienten im Alter von ≥65 Jahren, die zwischen Juli 2021 und Juni 2023 wegen einer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) stationär behandelt wurden, für die eine Behandlung mit SGLT2-Hemmern indiziert war, diese aber noch nicht erhielten (Medianalter 77 Jahre, 40 % Frauen, mediane LVEF 28 %). 16,5 % (n=1.464) erhielten bei Entlassung eine Therapie mit einem SGLT2-Hemmer. Nach Überlappungsgewichtung mittels Propensity-Score war die Initiierung einer SGLT2-Hemmer-Therapie unabhängig mit einer geringeren 12-Monats-Sterblichkeit aus allen Ursachen (aHR 0,76; 95 %-KI 0,67-0,86), einer geringeren 12-Monats-Wiederaufnahmerate aus allen Ursachen (aHR 0,89) und einer geringeren 12-Monats-Wiederaufnahmerate aufgrund einer Herzinsuffizienz (aHR 0,84) assoziiert. Die Ergebnisse waren konsistent bezüglich Alter, Geschlecht, Rasse/Ethnizität, Diabetesstatus, CKD-Status und LVEF. Die frühe Initiierung einer SGLT2-Hemmer-Therapie im Krankenhaus verbessert somit die Prognose älterer Patientinnen und Patienten mit HFrEF in der Routineversorgung – eine Population, die in randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) bisher unterrepräsentiert war.
SGLT2-Hemmer (Natrium-Glukose-Kotransporter-2-Hemmer; SGLT2i) reduzieren kardiovaskuläre Ereignisse in randomisierten kontrollierten Studien bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF). Diese Studien schlossen jedoch ambulante, relativ jüngere Patientinnen und Patienten ein (Medianalter 66–67 Jahre). Die Wirksamkeit von SGLT2i bei älteren Patientinnen und Patienten, die aufgrund einer HFrEF im klinischen Alltag in den USA hospitalisiert werden, ist nicht gut untersucht.
Diese Studie umfasste Medicare-Versicherte im Alter von ≥65 Jahren, die aufgrund einer HFrEF hospitalisiert wurden und für eine Behandlung mit SGLT2i in Frage kamen, im Rahmen der Initiative „Get With the Guidelines-Heart Failure“ zwischen dem 1. Juli 2021 und dem 30. Juni 2023. Primäre Endpunkte waren die allursächliche Mortalität nach 30 Tagen und nach 1 Jahr, die allursächliche Wiederaufnahme ins Krankenhaus sowie die Wiederaufnahme aufgrund einer Herzinsuffizienz. Die Assoziation zwischen der Anwendung von SGLT2i und den Endpunkten wurde mittels Cox-Regressionsanalyse und Overlap-Weighting unter Verwendung von Propensity-Score-Schätzungen bewertet.
Insgesamt 8847 Patientinnen und Patienten kamen für eine Behandlung mit SGLT2i in Frage, erhielten jedoch bei Krankenhausaufnahme keine entsprechende Verordnung (Medianalter 77 Jahre; 40 % Frauen; mediane linksventrikuläre Ejektionsfraktion 28 %); 1464 (16,5 %) der Patientinnen und Patienten erhielten bis zur Entlassung eine SGLT2i-Therapie. Nach Overlap-Weighting war die Initiierung einer SGLT2i-Therapie im Vergleich zu Patientinnen und Patienten ohne SGLT2i-Verordnung im Beobachtungszeitraum von 12 Monaten unabhängig mit einer niedrigeren allursächlichen Mortalität (adjustierter Hazard Ratio [HR], 0,76 [95 %-Konfidenzintervall [KI], 0,67–0,86]), einer niedrigeren allursächlichen Wiederaufnahme (HR, 0,89 [95 %-KI, 0,81–0,97]) und einer niedrigeren Wiederaufnahme aufgrund einer Herzinsuffizienz (HR, 0,84 [95 %-KI, 0,75–0,95]) assoziiert. Die Ergebnisse waren in allen Subgruppen, die nach Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Rasse, Diabetesstatus, Status der chronischen Nierenerkrankung und linksventrikulärer Ejektionsfraktion stratifiziert waren, konsistent.
Bei älteren Patientinnen und Patienten, die aufgrund einer HFrEF hospitalisiert wurden, war die Initiierung einer SGLT2i-Therapie bis zum Zeitpunkt der Entlassung unabhängig mit einer reduzierten allursächlichen Mortalität, einer reduzierten allursächlichen Wiederaufnahme und einer reduzierten Wiederaufnahme aufgrund einer Herzinsuffizienz assoziiert. Diese Befunde unterstützen den Einsatz von SGLT2i zur Verbesserung der Ergebnisse nach der Entlassung bei älteren Patientinnen und Patienten, die aufgrund einer HFrEF im klinischen Alltag in den USA hospitalisiert werden.