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18 Juli 2026

Klinische Ergebnisse der Leitungsstystem-Pacing im Vergleich zur Rechtsherzschrittmachertherapie bei Patienten mit atrioventrikulärer Blockade

eine systematische Übersicht und Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien

Mojica, J. C., Interior et al. - Open Heart

Systematische Übersicht und Metaanalyse randomisierter Studien — 5 RCTs mit 985 Patienten mit atrioventrikulärem (AV-)Block — zum Vergleich des Conduction System Pacing (CSP) mit dem konventionellen Rechtsherzschrittmacherpacing (RVP). Der zusammengesetzte Endpunkt sprach signifikant für CSP (HR 0,54; 95 %-KI 0,31–0,95; p=0,03), bei deutlich reduziertem Risiko für eine Herzinsuffizienz-Stationärbehandlung (RR 0,30; 95 %-KI 0,17–0,54; p<0,0001). Kein signifikanter Unterschied in der Gesamtmortalität (RR 0,69; 95 %-KI 0,36–1,30; p=0,25). Sekundäre Endpunkte: signifikant stärkere Verbesserung der linksventrikulären Ejektionsfraktion (p=0,008) und kürzere QRS-Dauer (p=0,002) bei CSP. Beim AV-Block führt CSP daher zu kardialen und klinischen Vorteilen gegenüber RVP — vor allem durch eine reduzierte Herzinsuffizienz-Stationärbehandlung und die Erhaltung der physiologischen Erregungsleitung. Die Datenlage zur Mortalität bleibt unsicher. Diese Ergebnisse unterstützen einen Paradigmenwechsel hin zum CSP bei der Schrittmacherselection.

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Stimulation des Reizleitungssystems (CSP) hat sich als Alternative zur Rechtsherzstimulation (RVP) bei atrioventrikulären Blockierungen (AVB) etabliert, um eine ventrikuläre Dysynchronie und ungünstige Verläufe einer Herzinsuffizienz zu vermeiden. Die klinische Akzeptanz bleibt jedoch aufgrund unzureichender randomisierter Evidenz begrenzt.

Zielsetzung

Diese Studie zielte darauf ab, die klinischen Ergebnisse von CSP im Vergleich zu RVP bei Patienten mit AVB ausschließlich auf der Grundlage randomisierter kontrollierter Studien (RCTs) zu bewerten.

Methoden

MEDLINE, Embase und Cochrane wurden vom Beginn der Datenerfassung bis Oktober 2025 durchsucht. Klinische Endpunkte, die CSP und RVP verglichen, wurden unter Verwendung des Hazard Ratio (HR), des Risikoverhältnisses (RR) und der mittleren Differenz mit 95%-Konfidenzintervallen (CI) analysiert. Die Heterogenität wurde mit I2 bewertet, und die Robustheit wurde durch Sensitivitätsanalysen getestet. Zu den Endpunkten gehörten die Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz (HFH), die sterbefallbezogene Mortalität (ACM), ein zusammengesetzter Endpunkt und wichtige kardiale Parameter.

Ergebnisse

Daten aus fünf RCTs mit insgesamt 985 Patienten mit AVB wurden analysiert. In der gepoolten Analyse war der zusammengesetzte Endpunkt in der Interventionsgruppe (CSP) signifikant verbessert (HR=0,54; 95%-CI 0,31 bis 0,95; p=0,03), ebenso wie das deutlich reduzierte Risiko für eine HFH (RR=0,30; 95%-CI 0,17 bis 0,54; p<0,0001). Es zeigte sich jedoch kein signifikanter Unterschied zwischen CSP und RVP bezüglich der ACM (RR=0,69; 95%-CI 0,36 bis 1,30; p=0,25). Sekundäre Endpunkte sprachen signifikant für die CSP-Gruppe, da die Veränderung der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) signifikant höher war (p=0,008) und die QRS-Dauer im Vergleich zu RVP signifikant kürzer war (p=0,002).

Fazit

Bei Patienten mit AVB bietet CSP im Vergleich zu RVP einen verbesserten kardialen und klinischen Nutzen, der durch eine reduzierte HFH, eine verbesserte LVEF und eine kürzere QRS-Dauer bedingt ist, während die Evidenz hinsichtlich des Einflusses auf die Gesamtmortalität unsicher bleibt.