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16 Mai 2018

Kardiovaskuläre hausärztliche Versorgung in Italien

Walter Marrocco, Daniela Livadiotti - EPCCS Council 2017

Hausärztliche Versorgung in Italien & CVD (2017)

*Bevölkerungsgröße und Hauptmerkmale

Zum 31. Dezember 2016 hatte Italien 60.589.445 Einwohnerinnen und Einwohner, von denen mehr als 5 Millionen eine ausländische Staatsbürgerschaft besaßen: 8,3 % auf nationaler Ebene. Der seit 2008 anhaltende Rückgang der Geburtenzahlen setzte sich fort. Im Jahr 2016 wurden weniger als eine halbe Million Kinder geboren, davon knapp über 69.000 mit ausländischer Staatsbürgerschaft (14,7 % der Gesamtzahl). Im Vergleich zu 2015 gab es einen Gesamtrückgang von 12.000 Einheiten (2.700 bei den ausländischen Kindern).

Die Zahl der Todesfälle lag bei über 615.000, fast 32.000 weniger als 2015. Der Rückgang im Jahr 2016 war auf ein hohes Mortalitätsniveau im Vorjahr zurückzuführen. Etwa 70 % der Todesfälle sind auf Tumore oder Kreislauferkrankungen zurückzuführen.

Italien zeichnet sich durch eine der höchsten Alterungsraten der Bevölkerung in Europa und weltweit aus. 21,4 % der Bevölkerung sind 65 Jahre und älter. In dieser Altersgruppe sind 3 % Hochbetagte, d. h. 85 Jahre oder älter, und von diesen sind 16.390 über hundert Jahre alt.

Über 8 Millionen Menschen – d. h. fast 15 % der Gesamtbevölkerung – leiden an mindestens einer schweren chronischen Erkrankung. Diese Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter stark an und erreicht bei den über 80-Jährigen 50 %.

Hausärztinnen/Hausärzte: Zahlen, Praxisarten, Organisation, Ausbildung usw.

In Italien gibt es etwa 47.000 Hausärztinnen/Hausärzte (GPs) und 13.000 Ärztinnen/Ärzte für den durchgehenden Notdienst. Hausärztinnen/Hausärzte sind freiberuflich tätig und stehen unter Vertrag mit dem Nationalen Gesundheitssystem, sind also selbstständig und nicht beim NHS angestellt.

Jede Bürgerin/jeder Bürger hat das Recht, ihre/seine Hausärztin/ihren Hausarzt frei zu wählen und kann diese Wahl jederzeit ändern. Als Ergebnis dieser Entscheidungen hat jede Hausärztin/jeder Hausarzt eine Patientenliste. Die maximale Patientenzahl pro Hausärztin/Hausarzt (die sogenannte Obergrenze) beträgt 1.500 Personen. In Italien hat jede Hausärztin/jeder Hausarzt durchschnittlich 1.100 erwachsene Patientinnen und Patienten (über 14 Jahre).

Für den Zugang zur Allgemeinmedizin ist ein spezifisches Ausbildungszertifikat in Allgemeinmedizin erforderlich. Diese spezifische Ausbildung besteht aus einem dreijährigen praktischen und theoretischen Kurs auf regionaler Ebene, an dessen Ende ein Zertifikat für Allgemeinmedizin zur Ausübung der Allgemeinmedizin im Rahmen des NHS ausgestellt wird.

Beschreibung der hausärztlichen Praxis

Gemäß dem nationalen Tarifvertrag zwischen den Regionen und den Gewerkschaften sind hausärztliche Praxen mindestens 5 Tage pro Woche geöffnet (in vielen Fällen sogar samstagvormittags für mindestens 2 Stunden) und gewährleisten Verfügbarkeit den ganzen Tag über von 8 bis 20 Uhr.

Von 20 bis 8 Uhr sind Ärztinnen/Ärzte für den durchgehenden Notdienst tätig, die während der Nachtzeiten, Vorfeiertage und Feiertage häusliche und ambulante Versorgung in betreuten Einrichtungen gewährleisten. Pro 5.000 Einwohnerinnen und Einwohner ist eine Ärztin/ein Arzt für den durchgehenden Notdienst vorgesehen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Tätigkeit von Hausärztinnen/Hausärzten von „Solo"-Arbeit hin zur Teamarbeit entwickelt, durch die Beteiligung an assoziativen Formen der Allgemeinmedizin und die Nutzung von Praxispersonal.

Jüngst wurde eine Neuorganisation des hausärztlichen Versorgungssystems eingeführt. Die Regionen sollen die Organisation der lokalen Dienste durch die Einrichtung von Ein-Fach-Teams, die nur aus Hausärztinnen/Hausärzten bestehen, und Multi-Fach-Teams definieren, die medizinische Versorgung durch die Koordination und Integration von Hausärztinnen/Hausärzten, anderen Fachkräften im Bereich (Kinderärztinnen/Kinderärzten), Pflegekräften, Hebammen, medizinisch-technischem Personal, Rehabilitationspersonal, Präventions- und Sozialpersonal bereitstellen sollen.

Teamarbeit und berufliche Integration sollen eine vollständigere und qualifiziertere Reaktion auf die Bedürfnisse der Bevölkerung bieten, mit einem 24/7-Betrieb.

Anteil der Hausärztinnen/Hausärzte mit Englischkenntnissen

Der Anteil der Hausärztinnen/Hausärzte, die Englisch verstehen und fließend sprechen, ist sehr gering und liegt unter 10 %.