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30 Juli 2022

Langfristige Wirksamkeit und Sicherheit einer Kombinationstherapie aus mittelintensivem Statin mit Ezetimib versus hochintensiver Statin-Monotherapie bei Patienten mit atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung (RACING)

eine randomisierte, offene Nichtunterlegenheitsstudie.

Byeong-Keuk Kim, Sung-Jin Hong, Yong-Joon Lee et al. - Lancet (London, England)

Diese im Lancet veröffentlichte Langzeitstudie zeigte, dass ein mittelintensives Statin in Kombination mit Ezetimib bei der Prävention kardiovaskulärer Ereignisse ebenso wirksam war wie eine hochintensive Statin-Monotherapie, bei geringeren unerwünschten Wirkungen. Die Ergebnisse unterstützten die Kombinationstherapie als Alternative zu hochdosierten Statinen.

Hintergrund

Arzneimittelkombinationen können, anstelle einer Dosissteigerung eines einzelnen Arzneimittels, eine höhere Wirksamkeit und geringere Risiken erzielen. Somit kann als Alternative zur hochintensiven Statin-Monotherapie eine Kombinationstherapie aus mittelintensivem Statin mit Ezetimib die LDL-Cholesterinkonzentrationen wirksam senken und gleichzeitig unerwünschte Wirkungen reduzieren. Es werden jedoch Erkenntnisse aus randomisierten Studien benötigt, um langfristige klinische Ergebnisse zu vergleichen.

Methoden

In dieser randomisierten, offenen Nichtunterlegenheitsstudie wurden Patienten mit atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung (ASCVD) an 26 klinischen Zentren in Südkorea randomisiert (1:1) entweder einer Kombinationstherapie aus mittelintensivem Statin mit Ezetimib (Rosuvastatin 10 mg mit Ezetimib 10 mg) oder einer hochintensiven Statin-Monotherapie (Rosuvastatin 20 mg) zugeteilt. Der primäre Endpunkt war der 3-Jahres-Composite aus kardiovaskulärem Tod, schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen, oder nicht-tödlichem Schlaganfall in der Intention-to-treat-Population mit einer Nichtunterlegenheitsgrenze von 2,0 %. Diese Studie ist bei ClinicalTrials.gov registriert, NCT03044665, und ist abgeschlossen.

Ergebnisse

Zwischen dem 14. Februar 2017 und dem 18. Dezember 2018 wurden 3780 Patienten eingeschlossen: 1894 Patienten in die Kombinationstherapie-Gruppe und 1886 in die hochintensive Statin-Monotherapie-Gruppe. Der primäre Endpunkt trat bei 172 Patienten (9,1 %) in der Kombinationstherapie-Gruppe und bei 186 Patienten (9,9 %) in der hochintensiven Statin-Monotherapie-Gruppe auf (absolute Differenz -0,78 %; 90 %-KI -2,39 bis 0,83). LDL-Cholesterinkonzentrationen unter 70 mg/dl nach 1, 2, und 3 Jahren wurden bei 73 %, 75 %, und 72 % der Patienten in der Kombinationstherapie-Gruppe beobachtet, und bei 55 %, 60 %, und 58 % der Patienten in der hochintensiven Statin-Monotherapie-Gruppe (alle p<0,0001). Ein Abbruch oder eine Dosisreduktion des Studienmedikaments aufgrund von Unverträglichkeit wurde bei 88 Patienten (4,8 %) beziehungsweise 150 Patienten (8,2 %) beobachtet (p<0,0001).

Schlussfolgerungen

Bei Patienten mit ASCVD war die Kombinationstherapie aus mittelintensivem Statin mit Ezetimib der hochintensiven Statin-Monotherapie hinsichtlich der kombinierten 3-Jahres-Ergebnisse nicht unterlegen, bei einem höheren Anteil an Patienten mit LDL-Cholesterinkonzentrationen unter 70 mg/dl und einem geringeren unverträglichkeitsbedingten Abbruch oder einer geringeren Dosisreduktion.