Auf der ACC.24 stellte Dr. Alexander Blood Erkenntnisse aus der DRIVE-Studie vor, die die Wirksamkeit eines Fernprogramms untersuchte, das Patientenaufklärung und Medikamentenmanagement integriert, um die Verschreibung von SGLT2-Hemmern und GLP-1RAs bei Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes (T2D) mit erhöhtem kardiovaskulärem (CV) und/oder renalem Risiko zu steigern
Einleitung und Methoden:
Trotz der belegten Vorteile von SGLT2-Hemmern und GLP-1RAs bei der Verringerung kardiovaskulärer Ereignisse und der Verbesserung renaler Ergebnisse bei T2D-Patientinnen und -Patienten mit erhöhtem Risiko bleibt ihre Nutzung gering. Die DRIVE-Studie (Diabetes Remote Intervention to improve Use of Evidence-based medications) zielte darauf ab, diese Lücke zu schließen. Die im Netzwerk von Mass General Brigham in Boston, MA, USA, durchgeführte Studie schloss 200 T2D-Patientinnen und -Patienten mit ASCVD, Herzinsuffizienz (HF), chronischer Nierenerkrankung (CKD) oder hohem ASCVD-Risiko ein, die für diese Medikamente in Frage kamen, sie jedoch nicht verschrieben bekamen. Die Teilnehmenden wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einem simultanen Ansatz zugewiesen, bei dem sie 6 Monate lang virtuelle Patientenaufklärung und Medikamentenverschreibungen erhielten, oder einem bildungsvorrangigen Ansatz, bei dem sie 2 Monate lang Aufklärung erhielten, gefolgt von 4 Monaten Medikamentenverschreibungen. Ein multidisziplinäres Team, geleitet von einem standardisierten Behandlungsalgorithmus, begleitete das Programm.
Nach 6 Monaten war der Anteil der Patientinnen und Patienten, denen SGLT2-Hemmer oder GLP-1RAs verschrieben wurden, in der simultanen Gruppe signifikant höher als in der bildungsvorrangigen Gruppe.
Zudem berichtete ein größerer Anteil der Patientinnen und Patienten in der simultanen Gruppe von der tatsächlichen Einnahme dieser Medikamente. Patientinnen und Patienten in der simultanen Gruppe erhielten ihre erste Verschreibung und begannen früher mit der Medikamenteneinnahme als jene in der bildungsvorrangigen Gruppe.
Es gab keine signifikanten Unterschiede bei den HbA1c-Werten oder der Körpergewichtsveränderung zwischen den beiden Gruppen nach 6 Monaten.
Das Fernprogramm mit simultaner Patientenaufklärung und Medikamentenmanagement steigerte wirksam die Verschreibung und Anwendung von SGLT2-Hemmern und GLP-1RAs bei T2D-Patientinnen und -Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem und/oder renalem Risiko. Dieser Ansatz zeigt vielversprechendes Potenzial zur Verbesserung der Therapietreue bei evidenzbasierten Therapien in dieser Population.