Diese Übersichtsarbeit in Circulation: Heart Failure befasste sich mit Strategien zur Minderung der Nierenfunktionsstörung nach Herztransplantation und behandelte Risikofaktoren der Empfänger, das perioperative Management sowie therapeutische Ansätze zum Erhalt der Nierenfunktion.
Die Nierenfunktionsstörung nach Herztransplantation (HT) ist mit erheblicher Morbidität und Mortalität assoziiert. Empfänger- und perioperative Faktoren können das Risiko einer Nierenschädigung beeinflussen. Darüber hinaus deuten Daten darauf hin, dass die Inzidenz sowohl akuter als auch chronischer Nierenfunktionsstörungen nach Einführung des US-amerikanischen Zuteilungssystems von 2018 zunimmt, bedingt durch die zunehmende Nutzung temporärer mechanischer Kreislaufunterstützung und sich wandelnde Empfängercharakteristika. Während zu nephroprotektiven Therapien wie der Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems und SGLT2 (Natrium-Glukose-Cotransporter 2)-Inhibitoren zur Minimierung des Fortschreitens einer chronischen Nierenerkrankung bei Patienten mit Herzinsuffizienz robuste Daten vorliegen, beginnen Daten zu HT-Empfängern erst zu entstehen. Diese aktuelle Übersichtsarbeit untersucht kritisch die bestehende Literatur zur Epidemiologie der Nierenfunktionsstörung nach HT, zu Strategien zur Minderung der akuten Nierenschädigung und der chronischen Nierenerkrankung einschließlich der Pharmakotherapie, zum Bedarf an Nierentransplantation nach HT sowie zu praktischen nächsten Schritten für die breitere HT-Gemeinschaft.