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3 Juli 2026

Natürlicher Verlauf der asymptomatischen moderaten oder schweren Aortenklappeninsuffizienz

eine systematische Übersicht und Metaanalyse

Naser, J. A., Massad et al. - Heart

Systematische Übersicht und Metaanalyse von 27 Kohortenstudien (4.720 Patienten; mittleres Alter 49 Jahre; mediane Nachbeobachtungszeit 3,9 Jahre) zur natürlichen Geschichte der asymptomatischen moderaten oder schweren Aorteninsuffizienz (AR). Die gepoolte Inzidenz pro 100 Personenjahre betrug: Gesamtmortalität 1,75 (95%-KI 1,27-2,41), kardiale Mortalität 1,29, plötzlicher Herztod 0,29, Auftreten neuer Symptome 4,30 und Aortenklappenersatz/-reparatur (AVR) 7,01. Eine asymptomatische linksventrikuläre Dysfunktion trat nur mit einer Rate von 0,9 pro 100 Personenjahre auf. Die Mortalitätsraten waren unabhängig vom Alter mehr als doppelt so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung, nämlich 2,45 pro 100 Personenjahre in Kohorten mit einem Alter von 50 Jahren oder älter versus 0,59 in jüngeren Kohorten. Eine frühe AVR war mit einer niedrigeren Mortalität assoziiert (gepoolter HR 0,33; 95%-KI 0,30-0,37). Die Ergebnisse widersprechen der historischen Auffassung der AR als benigner Klappenerkrankung und sprechen für eine frühere Intervention, die auf sensitiveren Markern der linksventrikulären Schädigung basiert.

Zusammenfassung

Hintergrund

Der natürliche Verlauf einer asymptomatischen moderaten oder schweren Aortenklappeninsuffizienz (AI) ist weiterhin unklar, da die Berichte über das Fortschreiten der Erkrankung und den optimalen Zeitpunkt für einen chirurgischen Eingriff widersprüchlich sind. Ziel dieser Studie war es, das Auftreten ungünstiger Ereignisse unter konservativem Management zu quantifizieren und die Assoziation einer Aortenklappenreparatur/-ersatz (AVR) mit der Mortalität zu bewerten.

Methoden

Durch systematische Literaturrecherchen (von Studienbeginn bis Juli 2025) wurden Kohortenstudien an Patienten mit asymptomatischer moderater oder schwerer AI identifiziert. Mit Random-Effects-Modellen wurden gepoolte Inzidenzraten für ungünstige Ereignisse geschätzt; für Hazard Ratios (HRs) von AVR im Vergleich zum konservativen Management wurden Fixed-Effects-Modelle verwendet.

Ergebnisse

Es wurden 27 Studien (4720 Patienten; mittleres Alter 49 Jahre; mittlere Nachbeobachtungszeit 3,9 Jahre) einbezogen. Die gepoolten Inzidenzraten pro 100 Person-Jahre betrugen 1,75 (95 %-KI 1,27 bis 2,41) für die Gesamtsterblichkeit, 1,29 für den kardialen Tod, 0,29 für den plötzlichen Herztod, 4,30 für das Auftreten neuer Symptome und 7,01 für einen AVR. Eine asymptomatische Einschränkung der linksventrikulären Ejektionsfraktion trat nur mit einer Rate von 0,9 pro 100 Person-Jahren auf. Die Sterblichkeitsraten waren in allen Altersgruppen mehr als doppelt so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung—2,45 (1,90 bis 3,18) pro 100 Person-Jahre bei Kohorten mit einem mittleren Alter von ≥50 Jahren im Vergleich zu 0,59 (0,29 bis 1,21) bei jüngeren Kohorten. Ein früher AVR war mit einer niedrigeren Mortalität assoziiert (gepoolter HR 0,33; 95 %-KI 0,30 bis 0,37).

Fazit

Eine asymptomatische moderate oder schwere AI ist mit einer signifikant erhöhten Sterblichkeit unabhängig vom Alter verbunden, was ihrem historisch als benign geltenden Ruf widerspricht. Angesichts der Seltenheit einer asymptomatischen linksventrikulären Dysfunktion könnte ein früherer Eingriff, der durch sensitivere Marker für linksventrikuläre Schädigungen geleitet wird, die Ergebnisse verbessern, wobei Heterogenität und Studienqualität eine vorsichtige Interpretation erfordern.

PROSPERO-Registrierungsnummer

CRD42024522683.