EN Menu

7 Juli 2026

Infektiöse Endokarditis nach transkatheter-Aortenklappenimplantation

Risikofaktoren und deren Einfluss auf die Mortalität in einer Fall-Kontroll-Studie

Jordal, S., Dingen et al. - Open Heart

Fall-Kontroll-Studie am Haukeland Universitätsklinikum (Norwegen, 2012-2023) mit dem Vergleich von 71 Patienten mit TAVI-assoziiierter infektiöser Endokarditis (TAVI-IE) und 213 alters- und geschlechtsangepassten Kontrollen ohne IE (Verhältnis 1:3). Die Inzidenz betrug 1,2 % pro Patientenjahr; die mediane Zeit von TAVI bis zur Infektion lag bei 13 Monaten (IQR 4-29). Diabetes mellitus war der einzige unabhängige Prädiktor für TAVI-IE in der multivariaten Analyse mit konkurrierenden Risiken (SHR 2,08; 95 %-KI 1,19-3,65). Adipositas (27 % vs. 15 %) und die Verwendung ballongedehnter Klappen (28 % vs. 13 %) waren bei Patienten mit IE häufiger. Enterococcus faecalis war der häufigste Erreger (30 %). TAVI-IE war mit einer etwa doppelt so hohen all-cause-Mortalität assoziiert (aHR 2,13; 95 %-KI 1,48-3,07), wobei das höchste Risiko bei frühen Infektionen bestand. Die Ergebnisse können eine gezielte Überwachung und Prävention bei Hochrisikopatienten leiten.

Zusammenfassung

Ziele

Die infektiöse Endokarditis nach transkatheterer aortaler Klappenimplantation (TAVI-IE) ist eine seltene, aber klinisch verheerende Komplikation. Wir zielten darauf ab, Risikofaktoren für TAVI-IE zu identifizieren und ihre Assoziation mit der sterbefallübergreifenden Mortalität zu schätzen.

Methoden und Ergebnisse

Wir führten eine Fall-Kontroll-Studie durch, die Patienten einschloss, die zwischen 2012 und 2023 am Haukeland University Hospital in Norwegen einer TAVI unterzogen wurden. Patienten, bei denen sich eine TAVI-IE entwickelte (n=71), wurden mit alters- und geschlechtsangepassten Kontrollen ohne IE (n=213; Verhältnis 1:3) verglichen. Der Tod wurde in den Analysen zur IE als konkurrierendes Ereignis behandelt, und wir schätzten die subdistribution Hazard Ratios (SHR) für IE mittels Fine-Gray-Wettbewerb-Risiko-Regression. Cox-Regressionsmodelle mit IE als zeitabhängiger Kovariate bewerteten die Auswirkungen der Infektion auf die Mortalität.

Die Inzidenz der TAVI-IE betrug 1,2 % pro Patientenjahr bei einer medianen Zeit von der TAVI bis zur Infektion von 13 Monaten (IQR 4–29). In der multivariaten Wettbewerb-Risiko-Analyse blieb Diabetes mellitus ein unabhängiger Prädiktor für TAVI-IE (SHR 2,08, 95 %-KI 1,19 bis 3,65, p=0,010). Adipositas (27 % vs. 15 %, p=0,019) und die Verwendung ballongedehnter Klappen (28 % vs. 13 %, p=0,003) wurden bei Patienten mit TAVI-IE häufiger beobachtet. Enterococcus faecalis war der häufigste Erreger (30 %). TAVI-IE war mit einer etwa verdoppelten Zunahme der sterbefallübergreifenden Mortalität assoziiert (adjustiertes HR 2,13, 95 %-KI 1,48 bis 3,07, p<0,001), wobei das höchste Risiko bei frühen Infektionen bestand.

Fazit

TAVI-IE ist eine seltene, aber schwere Komplikation, die mit einer erhöhten Mortalität einhergeht. Diabetes mellitus war der dominierende unabhängige Risikofaktor, und E. faecalis war der führende Erreger. Diese Erkenntnisse können dazu beitragen, Überwachung und Prävention bei Patienten mit dem höchsten Risiko gezielter einzusetzen.