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1 März 2018

Frankreich: Überblick kardiovaskuläre Primärversorgung

Dr Didier Duhot - EPCCS Council 2017

Einführung: Kardiovaskuläres Risikomanagement durch die Primärversorgung in Frankreich

Französische Gesellschaft für Allgemeinmedizin

Die Französische Gesellschaft für Allgemeinmedizin ist eine gelehrte Gesellschaft. Wir haben ein Kollegium für Allgemeinmedizin, das über den alten Gewerkschaften, wissenschaftlichen Gesellschaften und so weiter steht. Die Französische Gesellschaft für Allgemeinmedizin hat etwa 800 Mitglieder und 3 Arbeitsgruppen zu kardiovaskulären Erkrankungen; eine befasst sich mit Multimorbidität mit vielen Erkrankungen aus dem kardiovaskulären Bereich, eine mit Hypertonie und eine mit Typ-2-Diabetes. Mitglieder der Gesellschaft sind aktiv in der Forschung zu Patiententypologien, unter Verwendung von Beobachtungsdaten, sowie im Management der Multimorbidität, da dies die Zukunft der hausärztlichen Arbeit ist. Die Gesellschaft hat eine Partnerschaft mit CONSTANCES, einer repräsentativen Kohorte von 200.000 Menschen in Frankreich, und diese Daten werden in der Mitgliederforschung verwendet. Diese Partnerschaft besteht seit 2 Jahren und war sehr erfolgreich.

Das Ziel der Französischen Gesellschaft ist es, die Allgemeinmedizin zu fördern. Dies geschieht durch die Entwicklung von Konzepten der hausärztlichen Forschung und der ärztlichen Fortbildung. Mitglieder beteiligen sich an der Entwicklung nationaler Leitlinien, wofür es eine staatliche Behörde in Frankreich gibt. Die staatliche Behörde Haute Autorité de Santé erstellt diese Leitlinien mit Beiträgen von Kardiologinnen und Kardiologen, Hausärztinnen und Hausärzten, Ökonominnen und Ökonomen und so weiter.

Die Französische Gesellschaft hat ein Wörterbuch der Konsultationsergebnisse entwickelt, um Probleme zu beschreiben, mit denen Patientinnen und Patienten bei Hausärztinnen und Hausärzten vorstellig werden, und es ist mit ICD-10 und ICPC verknüpft. 20 Jahre lang wurde ein Observatorium für Allgemeinmedizin mit Daten aus den elektronischen Patientenakten der Hausärztinnen und Hausärzte betrieben, ähnlich wie es in England mit dem GPLD gemacht wird. Es wurde jedoch kürzlich geschlossen, da es für die Gesellschaft zu kostspielig wurde.

Es gibt etwa 53.000 Hausärztinnen und Hausärzte in Frankreich, von denen 98% in Privatpraxis tätig sind. Dies beginnt sich nun zu ändern, da junge Hausärztinnen und Hausärzte heute in einer pluriprofessionellen Gruppe mit einer Pflegekraft oder einer anderen Hausärztin/einem anderen Hausarzt praktizieren möchten. Derzeit erfolgt die Vergütung der Hausärztinnen und Hausärzte über Praxisgebühren und Einzelleistungsvergütung. Französische Hausärztinnen und Hausärzte behandeln ein breites Spektrum kardiovaskulärer Erkrankungen mit wenigen Einschränkungen bei Medikation und Therapie.

Der Staatliche Verband der Hausärztinnen und Hausärzte fördert nationale Leitlinien und verwendet keine ausländischen Leitlinien. Die ESC-Leitlinien werden nicht verwendet, und nationale Leitlinien, zum Beispiel zu Diabetes, weichen stark von den europäischen Leitlinien ab. Insgesamt haben Hausärztinnen und Hausärzte in Frankreich eine echte Einschränkung bei der Nutzung des Englischen, da sowohl Erst- als auch Zweitsprache Französisch sind.