Aktuelle medikamentöse Therapie bei epikardialer und mikrovascularer Erkrankung
Evidenz und Lücken.
Das Management chronischer koronarer Syndrome wandelt sich von einem obstructiven hin zu einem phänotypgeführten Ansatz, der INOCA, vasospastische Angina und koronare Mikrovascularfunktionsstörungen umfasst. Während Basistherapien wie Statine, ACE-Hemmer und SGLT2-Inhibitoren die Gefäßgesundheit unterstützen, unterstreicht die WARRIOR-Studie die Limitationen einer intensiven Behandlung bei unselektierten INOCA-Patienten. Diese Übersicht empfiehlt eine mechanismusbasierte antiischemische Therapie und rät zur Anwendung von Kalziumkanalblockern bei Vasospasmus, von Betablockern oder Ranolazin bei Mikrovascularfunktionsstörungen sowie zur Vorsicht bei der Anwendung von Nitraten bei Mikrovascularerkrankungen. Die Einführung dieses gezielten Ansatzes ermöglicht es Klinikerinnen und Klinikern, die Symptomkontrolle zu optimieren und invasive Eingriffe für geeignete Phänotypen vorzubehalten.
Zusammenfassung
Das Management chronischer koronarer Syndrome hat sich von einem auf obstructive koronare Herzkrankheit fokussierten Modell hin zu einem phänotypgeführten Ansatz verschoben, der Angina pectoris bei nicht obstructiven Koronararterien/Ischämie bei nicht obstructiven Koronararterien (INOCA), vasospastische Angina (VSA) und koronare Mikrogefäßdysfunktion (CMD) umfasst. Hintergrundtherapien wie Statine, Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer, Antiplatelet-Therapeutika und Sodium-Glucose-Cotransporter-2-Inhibitoren verbessern die Gefäßgesundheit, doch die WARRIOR-Studie hat die Grenzen einer intensiven Therapie bei unselektierten INOCA-Patienten aufgezeigt. Die antiischämische Behandlung sollte mechanismusbasiert erfolgen: Kalziumkanalblocker bei VSA, Betablocker und Ranolazin bei CMD, während Nitrate die Mikrogefäßerkrankung verschlechtern können.




